Konjunkturaussichten

Was kurze Röcke und neue Unterhosen aussagen

Nicht nur nackte Zahlen weisen auf den Gang der Wirtschaft hin. Deshalb gibt es eine Reihe anderer Indikatoren, die etwas über die wirtschaftliche Entwicklung aussagen.

Die Wirtschaftsaussichten für 2011 sind positiv, darin sind sich die Prognostiker einig. Doch in welchem Ausmass es vorwärtsgeht, ist umstritten. Die Prognosen fürs das Schweizer Bruttoinlandprodukt liegen zwischen 1,2 (Credit Suisse) und 2,2 Prozent (UBS). Und das gestern veröffentlichte Konjunkturbarometer der ETH-Forschungsstelle KOF ist im Dezember von 2,13 auf 2,10 Punkte gefallen – ein Hinweis, dass sich das Wachstumstempo verlangsamt.

Zahlen sind also auch nicht immer eindeutig. Deshalb gibt es eine Reihe anderer Indikatoren, die auf die wirtschaftliche Entwicklung hinweisen. Der wohl bekannteste ist die Rocklänge. Die Formel «Steigt die Zuversicht, steigen auch die Rocksäume» wurde schon 1926 vom US-Ökonomen George Taylor postuliert. Ein Blick in diverse Magazine zeigt: Die Röcke enden nächsten Sommer mehrheitlich ob den Knien, laut der «Vogue» liegen sogar Shorts besonders im Trend. Ein gutes Zeichen!

Umgekehrt ist es mit den Frisuren: Längere Haare weisen auf einen Aufschwung hin, sie strahlen Lebenslust und Leichtigkeit aus. Tatsächlich sehen Friseure und Designer für das nächste Jahr Mähnen, wie sie Supermodel Kate Moss oder Rocksängerin Taylor Momsen tragen, stark im Kommen. Im Übrigen gilt auch der Lippenstift als Hinweis auf den Zustand der Wirtschaft. Hier gilt: Je stärker die Farbe, desto schlechter die Konjunktur. Bei Starstylistin Lisa Eldridge heisst das für 2011: Lippenstift ja, aber in hellen Tönen und mit viel Glanz – auch hier überwiegt die Zuversicht.

Mehr Geld für Unterhosen

Doch nicht nur die Frauenwelt hat ihre Wirtschafts-Indikatoren. Auch bei den Männern färbt die Stimmung ab. Der langjährige US-Notenbankchef Alan Greenspan vertrat die Theorie, wonach Männer in guten Zeiten mehr Geld in neue Unterhosen investieren. Diesen Trend gilt es in den nächsten Monaten zu beobachten, während es bei den Krawatten bereits jetzt nach einer Kehrtwende aussieht. Das Deutsche Mode-Institut sagt, es gehe vom klassisch-breiten zurück zum leichten, schmalen Schlips.

Im zwischenmenschlichen Bereich gibt es ebenfalls Faktoren, welche die konjunkturelle Lage spiegeln. Wenn die Barfrau auch schon hübscher war, heisst das Gutes: Der Arbeitsmarkt ist ausgetrocknet, die Personalauswahl kleiner. Weniger klar ist es beim Babyboom. Gibt es mehr oder weniger Babys in guten Zeiten? Sicher ist: Seit 2003 steigen die Geburtenraten in der Schweiz kontinuierlich an – vielleicht war die letzte Rezession einfach zu wenig einschneidend? In Deutschland kamen 2010, parallel zum Aufschwung, wieder mehr Babys zur Welt.

Schliesslich kann auch die Farbe Weiss als Konjunktur-Barometer dienen: Ziehen ihre Verkäufe an, ist der Aufschwung nicht weit. Man braucht sie für neue Häuser, Autos, Flugzeuge. Und nicht zuletzt lautet ein Modetrend im Sommer: Weisse Kleider – wenn das nicht ein gutes Omen ist!

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