Wirtschaft

Warum heisst die Thomas Cook-Rettungsaktion eigentlich «Operation Matterhorn»?

Dutzende Flugzeuge bringen momentan rund 150'000 gestrandete britische Touristen zurück nach Grossbritannien. Doch warum trägt die staatliche Rettungsaktion einen solch merkwürdigen Namen? Es gibt mehrere Theorien.

Shanghai, Nairobi, New York oder Palma de Mallorca. Von mehr als 60 verschiedenen Destinationen bringen derzeit die britischen Behörden gestrandete Touristen zurück in die Heimat. Der Grund: In der Nacht auf Montag erklärte die Thomas Cook Group und die dazugehörige Thomas Cook Airline den sofortigen Konkurs und stellte sich unter die operative Administration der britischen Zivil-Luftfahrtbehöre CAA.

Für mehr als 150'000 Reisende bedeutete dies, dass sie nicht wie geplant nach Hause fliegen konnten und an den Flughäfen dieser Welt strandeten. Noch in der Nacht auf Montag kündete die britische Regierung die «Operation Matterhorn» an, mit welcher alle britischen Reisenden kostenlos von ihren Feriendestinationen evakuiert und wieder nach Hause gebracht werden.

Die Aufregung in den britischen Medien rund um den Konkurs des traditionsreichen Touristik-Unternehmens war gross. Schon bald jedoch stellte sich in den Medien eine ganz andere Frage: Warum heisst die Rettungsaktion eigentlich «Operation Matterhorn»?

Wie die britische Civil Aviation Authority gegenüber britischen Medien mitteilt, habe der Name Matterhorn nichts mit der Schweiz zu tun, sondern sei schlicht als Operations-Name gewählt worden. Genaue Angaben oder Gründe konnten jedoch nicht gemacht werden – die Namenswahl bleibt ein Rätsel.

Das die Thomas Cook-Operation einen Schweizer Namen trägt, könnte vielleicht auch mit der Tatsache zusammenhängen, dass die Schweiz und das Reiseunternehmen eng miteinander verbunden sind. Bereits im Jahre 1863 organisierte das englische Unternehmen die ersten geführten Gruppenreisen in die Schweizer Alpen und Gebirgsregionen.

In Grossbritannien, einem von Natur aus sehr flachen Land, waren Gebirgstouren schon immer sehr beliebt. Es war dann auch der Reisepionier Thomas Cook, der die Schweizer Alpen für die breite Öffentlichkeit touristisch zugänglich machte.

Eine weitere Verbindung zur Schweiz hat Thomas Cook mit seinem aktuellen Firmenchef Peter Fankhauser, einem gebürtigen Schweizer. Fankhauser leitet den Konzern seit 2014 und ist nun auch der Mann, der für die missliche Lage des Reisekonzerns verantwortlich gemacht wird.

«Wir haben mit diesem Namen nichts zu tun»

Der Name «Operation Matterhorn» stösst aber auch auf Ablegung und Unmut. Vor allem in der Tourismus-Region Zermatt hat man gar keine Freude, dass der Name ihres Berges für das Ende von Thomas Cook verwendet wird. Das Tourismusbüro in Zermatt sah sich sogar dazu genötigt, sich in einer Medienmitteilung zu erklären.

Auch wurde in der Mitteilung hervorgehoben das der Name «Matterhorn» eine geschützte Marke sei, die für Sicherheit und Qualität gelte und so nicht einfach verwendet werden dürfe. Man gehe aber davon aus, dass die britischen Behörden dies nicht wüssten.

Unter dem Decknamen «Matterhorn» fielen auch schon Bomben

Auch wenn die Touristiker in Zermatt über die Namens-Wahl der britischen Behörden nicht wirklich erfreut sind, so ist es nicht das erste Mal, dass eine Mission den Namen «Operation Matterhorn» trägt.

Bereits im Zweiten Weltkrieg trug eine Luftfahrt-Mission diesen Namen. Damals handelte es sich jedoch nicht um einen Rettungseinsatz, sondern um eine militärische Operation der amerikanischen Luftwaffe. Unter dem Decknamen bombardierten im Jahre 1944 mehrere US Bomber-Flugzeuge in einem grossangelegten militärischen Schlag japanische Militär-Stützpunkte in Indien, Japan und China. Dies mit dem Ziel, japanische Militärschläge zu vergelten und die japanische Armee von Festland-Asien zu vertreiben.

Auch in diesem Zusammenhang jedoch ist nicht klar, warum für diese Operation der Name «Matterhorn» gewählt wurde.

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