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Warum die UBS im dritten Quartal Federn lassen muss

UBS-Chef Sergio P. Ermotti muss im dritten Quartal 2016 wegen Steuereffekten einen Gewinneinbruch verkünden. (Archiv)

UBS-Chef Sergio P. Ermotti muss im dritten Quartal 2016 wegen Steuereffekten einen Gewinneinbruch verkünden. (Archiv)

Im Gegensatz zu ausländischen Grossbanken hat die UBS im Sommerquartal Federn lassen müssen. Der Reingewinn der grössten Schweizer Bank brach im dritten Quartal 2016 wegen Steuereffekten ein. Operativ verdiente die UBS dank Kostensenkungen indes mehr.

Unter dem Strich stürzte der Reingewinn zwischen Juli und Ende September von 2,1 Mrd. auf 827 Mio. Franken ab. Schuld daran seien Steuereffekte, teilte die UBS am Freitag mit.

Im Vorjahresquartal habe die Bank Steuergutschriften erhalten, die das damalige Ergebnis um 1,3 Mrd. Fr. massiv nach oben gedrückt hätten. Dagegen musste die UBS im dritten Quartal diesen Jahres wieder Steuern von netto 49 Mio. Fr. zahlen.

Betrachtet man das Ergebnis vor Steuern hat sich die UBS im Jahresvergleich verbessert. Der Vorsteuergewinn stieg im dritten Quartal 2016 gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum um 11 Prozent auf 877 Millionen Franken, was die Erwartungen der Analysten übertraf.

Grund dafür sind geringere Ausgaben für Rückstellungen für Rechtsfälle, regulatorische und andere Angelegenheiten. Diese verschlangen im Vorjahresquartal 592 Mio. Fr. und damit wesentlich mehr als heuer mit 419 Mio. Franken. Insgesamt konnte die UBS die Kosten um 4 Prozent drücken, was an der Schweizer Börse gut ankam. Die Aktie stieg bis gegen 15 Uhr um 2,2 Prozent.

UBS im Gegenwind

Operativ spürte die Grossbank Gegenwind, wie UBS-Chef Sergio Ermotti in einer Telefonkonferenz sagte. Die Geschäftserträge fielen um 2 Prozent auf 6,15 Mrd. Franken, was die Bank mit dem Tritt auf die Kostenbremse mehr als ausgleichen konnte. Die Aktivität der Kunden sei weiterhin niedrig gewesen und die Emissionen von Wertpapieren schwach.

Am grössten war der Einbruch in der Investmentbank, die im Vorjahr noch 496 Mio. Fr. Vorsteuergewinn erzielt hatte. Im dritten Quartal 2016 fuhr sie gerade noch einen Vorsteuergewinn von 161 Mio. Fr. ein.

Das Geschäft mit beispielsweise der Beratung oder der Finanzierung von Firmenkunden tauchte um ein Viertel. Auch der Aktienhandel schrumpfte deutlich. Lediglich das Anleihengeschäft konnte zulegen. Weil die UBS dieses allerdings nach der Finanzkrise zurückgefahren hatte, konnte der Schweizer Branchenprimus hier weniger profitieren als die US-Konkurrenz wie Morgan Stanley oder Goldman Sachs.

Einstiges Sorgenkind glänzt

Das UBS-Kerngeschäft, die internationale Vermögensverwaltung, warf erneut am meisten Gewinn ab. Bei ihr sank der Vorsteuergewinn allerdings von 639 Mio. auf 504 Mio. Franken.

In der Vermögensverwaltung sind die reichen Kunden wegen des schwachen Wirtschaftswachstums und möglicher Umwälzungen durch die US-Präsidentschaftswahlen oder den Brexit verunsichert und halten sich mit Käufen und Verkäufen von Wertpapieren zurück. Der Bank gehen damit wichtige Gebühreneinnahmen verloren.

Der Lichtblick war die Vermögensverwaltung in Amerika, die als einzige Geschäftssparte mehr Gewinn erzielte. Das einstige Sorgenkind der UBS habe gar ein Rekordergebnis erreicht, hiess es. Insgesamt konnte die UBS im dritten Quartal weltweit netto über 10 Mrd. Fr. an neuen Geldern einsammeln, die Hälfte davon von vermögenden Kunden aus Asien.

Robust blieb wieder einmal das Schweizer Privat- und Firmenkundengeschäft, das einen Vorsteuergewinn von 453 Mio. Fr. machte nach 466 Mio. Fr. im Vorjahr. In den ersten neun Monaten konnte die UBS netto so viele Privatkunden gewinnen wie noch nie.

Sparprogramm auf Kurs

Angesichts des Drucks im Bankgeschäft hatte die UBS vor einiger Zeit ein Sparprogramm aufgelegt, das die Kosten bis Ende nächsten Jahres um 2,1 Mrd.Fr. gegenüber 2013 senken soll. Davon hat die Grossbank mittlerweile 1,5 Mrd. Fr. geschafft. In den vergangenen drei Monaten sank die Zahl der Vollzeitstellen um 147 auf 59'946 im Gesamtkonzern.

Keine Fortschritte machte die Bank bei ihrer Kapitalisierung. Die harte Kernkapitalquote (CET-1, vollständig umgesetzt) war mit 14,0 Prozent etwas niedriger als Ende Juni (14,2 Prozent).

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