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Waisenkind, Erbin und Zarin: Das ist Philipp Hildebrands Neue

In Russland geboren, in Frankreich ein Star, in der Schweiz zu Hause: Das ist der Lebensweg von Margarita Louis-Dreyfus, mit der Ex-Nationalbankpräsident Hildebrand seit kurzem liiert sein soll.

Stefan Brändle, Paris
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Margarita Louis-Dreyfus - die neue Frau von Philipp Hildebrand
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Margarita Louis-Dreyfus hat sich in Frankreichs Wirtschaftswelt nach dem Tod ihres mächtigen Mannes zur Überraschung durchgesetzt.
Robert Louis-Dreyfus, hier auf einem Bild aus dem Jahr 2006, war mächtiger Unternehmer und sportverrückter Fussball-Mäzen.
Die reiche Witwe beim Fussball-Training Margarita Louis-Dreyfus mit dem Trainer von Olympique Marseille, Didier Deschampes und alt President Jean-Claude Dassier bei der Eröffnung des neuen Trainingszentrum des Clubs, der Louis-Dreyfus gehört.
Margarita Louis-Dreyfus. Im Flug nach New York lernte die gebürtige Russin ihren späteren Ehemann Robert Louis-Dreyfus kennen.
Oympique Marseille verschabschiederte sich am 30. August 2009 von seinem verstorbenen Eigentümer Robert Louis-Dreyfus.

Margarita Louis-Dreyfus - die neue Frau von Philipp Hildebrand

Keystone

Im Stade Vélodrome, wo Olympique Marseille spielt, nennt man sie «la tsarine», die Zarin. Margarita Louis-Dreyfus ist Mehrheitsaktionärin des südfranzösischen Fussballklubs. Und das nur im Nebenamt: In der Hauptsache verwaltet sie einen Handelskonzern mit 55 Milliarden Franken Umsatz, dazu ein Privatvermögen von schätzungsweise fünf Milliarden.
All dies ist die Hinterlassenschaft ihres Ehemannes und Unternehmers Robert Louis-Dreyfus, der 2009 an Leukämie starb. Seither ermangelte es der schönen Russin mit dem Schweizer Pass nicht an Verehrern und Prätendenten. Den Zuschlag erhielt in diesem Frühjahr offenbar ein Mann, der zumindest in der Schweiz kein Unbekannter ist: Laut der Westschweizer Zeitung «l'hebdo» soll die 51-jährige Geschäftsfrau neuerdings mit Ex-Nationalbankpräsident Philippe Hildebrand (50) zusammen sein. Dieser habe sich, so die gleiche Quelle, im Sommer von seiner Gattin Kashya (52) getrennt.
Doch wer ist die «Neue», die diskret in Zollikon wohnt, in Genf ein weltumspannendes Handelsimperium leitet und in Marseille Fussballstars dirigiert? In bescheidenen Verhältnissen in St. Petersburg geboren, verlor Margarita Bogdanova ihre Eltern im Alter von sieben Jahren bei einem Eisenbahnunglück. Nach alter Sowjetmanier von ihrem Grossvater Leonid aufgezogen, übersiedelte sie nach einer ersten, kurzlebgien Heirat mit einem Deutschschweizer Studenten nach Zürich. Fünf Sprachen beherrschend, arbeitete sich die Ökonomin im Marketing hoch. Einmal leistete sie sich einen Concorde-Flug nach New York; dabei schloss sie Bekanntschaft mit einem - wie sie betont - unrasierten und Jeans tragenden Sitznachbar. Es war Robert Louis-Dreyfus, Vorsteher des gleichnamigen Handelsimperiums, Fussballnarr und Milliardär.
Die beiden heirateten und hatten drei Söhne. Als «RLD» vor vier Jahren starb, zeigte die Witwe, was in ihr steckt. Mit eiserner Hand machte sie sich daran, das gewaltige Erbe ihres Mannes gegen mannigfache Widerstände anzutreten und zu verteidigen. Einen Spitzenmanager nach dem anderen bootete sie in dem Handelskonzern Louis-Dreyfus aus; dann obsiegte sie in einem langen, erbitterten Erbstreit gegen die Schwestern ihres Mannes, indem sie sich des Testamentvollstreckers entledigte.
Als der sportliche Direktor von Olympique Marseille den Kopf des bekannten Trainers Didier Deschamps verlangte, nahm Margarita mit ihren Söhnen Rücksprache - und feuerte den Direktor. 2010 feierte sie sogar den Meistertitel mit dem legendären Klub, was ihrem fussballvernarrten Mann nie vergönnt gewesen war. Das sicherte ihr den Respekt im Männermilieu des Stade Vélodrome, wo sie zurückhaltend und freundlich auftritt und manchmal fast schüchtern wirkt - aber nur gegen aussen.
Ihren Wohnsitz behielt Margarita Louis-Dreyfus stets in der Schweiz, wo ihre Kinder geboren sind. Dort erholt sie sich von ihrer internationalen Tätigkeiten; zuletzt wurde sie im Oktober bei einem Gastspiel eines russischen Theaters im Zürcher Kongresshaus gesehen. Wie sie ihren neuen Gefährten Hildebrand schon am letzten WEF in Davos kennengelernt haben soll, blieb den Paparazzi indes verborgen.

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