Wirtschaftskrise

Währungsfonds und Weltbank warnen vor «Entwicklungs-Notstand»

IWF warnt vor Entwicklungs-Notstand

IWF warnt vor Entwicklungs-Notstand

Arme Länder rund um den Globus steuern als Folge der Wirtschaftskrise auf einen dramatischen «Entwicklungs-Notstand» zu. Das ist das Ergebnis des Weltentwicklungsbericht von Weltbank und Internationalem Währungsfonds (IWF), der in Washington vorgelegt wurde.

Die globale Rezession werde voraussichtlich in diesem Jahr bis zu 90 Millionen Menschen zusätzlich in extreme Armut stürzen. Die Zahl der Hungernden überschreite 2009 vermutlich die Schwelle von einer Milliarde.

Kein Entwicklungsland könne der Wirtschaftskrise entkommen. Es gebe kein Entwicklungsland, dass sich den Folgen der Weltwirtschaftskrise entziehen könne, hiess es weiter.

Laut IWF wird die Weltwirtschaft 2009 um 1,3 Prozent schrumpfen - die mit Abstand schwerste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg. Der Welthandel werde in diesem Jahr um dramatische elf Prozent einbrechen.

Jüngsten Schätzungen zufolge müsse in mehr als der Hälfte aller armen Staaten mit einem Anwachsen der extremen Armut gerechnet werden. Besonders schwer betroffen seien afrikanische Länder südlich der Sahara.

Millionen von Menschen werden allein in diesem Jahr ihre Arbeit verlieren, betonte der Chefökonom der Weltbank, Justin Yifu Lin. Deshalb bedürfe es dringender Finanzierung von sozialen Sicherungsnetzen, Infrastrukturmassnahmen und Kleinunternehmen in armen Ländern, um so eine nachhaltige Erholung zu sichern.

Weltbank und IWF befürchten, dass die meisten der acht so genannten Millenniums-Entwicklungsziele der UNO als Folge der Krise nicht erreicht werden können. Zu den Zielen gehören der Kampf gegen den Hunger, bessere Schulbildung und die Verhinderung der Ausbreitung von Aids.

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