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VW-Konzern besitzt die Mehrheit an Lastwagenbauer MAN

Ein MAN-Lastwagen vor einem Werk in München (Archiv)

Ein MAN-Lastwagen vor einem Werk in München (Archiv)

Volkswagen hat sich eine Mehrheit am Lastwagenhersteller MAN gesichert. Damit kommt Europas grösster Autokonzern der angestrebten Allianz seiner schwedischen Lastwagen-Tochter Scania mit dem deutschen Konzern MAN einen entscheidenden Schritt näher.

Volkswagen kontrolliert nach seinem Pflichtangebot knapp 56 Prozent der Stimmrechte. VW-Chef Martin Winterkorn zeigte sich am Montag "mehr als zufrieden" mit dem Ergebnis. VW wolle nun in Abstimmung mit den Kartellbehörden die gesetzlich notwendige Freigabe der Allianz vorantreiben.

VW hatte seinen Anteil an dem Münchner Konzern vor Kurzem über die Schwelle von 30 Prozent gehoben und musste daraufhin allen anderen Eignern eine Übernahmeofferte unterbreiten.

Der deutsche Autohersteller, der lediglich zwischen 35 bis 40 Prozent anstrebte, hielt das Angebot mit 95 Euro je Aktie recht knapp und stiess deshalb zunächst nur auf verhaltenes Interesse. Doch dann fiel der MAN-Kurs, und das Angebot wurde plötzlich attraktiv. Die VW-Offerte lief am vergangenen Mittwoch aus.

MAN sieht Chancen

Europas grösster Autobauer will die Zusammenarbeit von MAN mit seiner schwedischen Tochter Scania forcieren, an der VW knapp 71 Prozent der Stimmrechte halten. Kooperationen bei Einkauf, Entwicklung und Produktion sollen MAN und Scania Kostenvorteile von 200 Mio. Euro im Jahr bringen.

"Wir gehen nach derzeitigem Stand davon aus, dass die notwendigen fusionsrechtlichen Freigaben in der zweiten Jahreshälfte vorliegen werden", sagte ein Sprecher. Die EU-Kommission hatte vergangene Woche erst den Versuch von Volkswagen ausgebremst, bereits vor der Genehmigung durch die Wettbewerbshüter die Kontrolle im MAN-Aufsichtsrat zu übernehmen.

MAN, die sich Anfangs erbittert gegen eine Einflussnahme aus Wolfsburg gewehrt hatte, verliert damit nach über 250 Jahren seine Unabhängigkeit. Dennoch sehen die Münchener auch Vorteile in einer Zugehörigkeit zur VW-Familie. "Die sich daraus ergebenen Chancen werden wir aktiv nutzen", sagte ein Sprecher.

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