Carole Gröflin

«Bisher haben wir unsere Rosen jeweils aus Ecuador bezogen, doch heute kam die erste Lieferung aus Holland», berichtet Carola Wisler. Es sei schon öfters vorgekommen, dass man auf Holland hätte ausweichen müssen. «Auch vermeintlich exotische Pflanzen kann man aus Holland importieren», berichtet die junge Floristin des Liestaler Blumenladens Büchi weiter.

Bei der Safruits, der AG für Fruchthandel in Münchenstein, sieht man den anstehenden Importproblemen gelassen entgegen. «Wir beginnen langsam, die Auswirkungen zu spüren», berichtet Bruno Perlini, stellvertretender Leiter Marketing und Verkauf. «Jedoch ist alles noch im grünen Bereich bei uns. Wir setzen zurzeit vermehrt auf Lieferungen per Schiff via Nordhafen», weiss Perlini weiter. Schlecht sehe es hingegen für den Grünspargel aus Kalifornien aus. «Sollte die Luftraumsperre weiterhin anhalten, werden wir vermehrt Grünspargel aus Spanien einkaufen.» Dass der kalifornische Spargel abholbereit vergebens am Flughafen warte, könne nicht verhindert werden. «Wenn der Spargel noch rechtzeitig abfliegen kann, nehmen wir ihn gerne entgegen. Ansonsten muss sich der amerikanische Markt darum kümmern»,sagt Perlini weiter.

Alternativen gesucht

Besonders betroffen von den Einschränkungen im Flugverkehr ist die Post. «Wir haben nun mit dem Lastwagen eine Alternative gefunden. So können wir immerhin unsere Nachbarländer mit Postsendungen versorgen», bemerkt Mariano Masserini, Medienverantwortlicher der Post. Jedoch muss mit erheblichen Verspätungen gerechnet werden. An zurzeit nicht zustellbare Länder adressierte Post bliebe in den Verteilzentren liegen. Spekulationen über den Schaden wolle man nicht anstellen. «Wir hoffen, dass der Luftverkehr in den kommenden Tagen gestartet werden kann», sagt Masserini weiter.

Entschieden zeigt man sich bei der Stiftung für Konsumentenschutz (SKS). «Trotz all der Nachteile, die mit der Vulkanasche in Verbindung gebracht werden, profitiert die Lebensmittelindustrie davon», berichtet Andreas Tschöpe, Leiter für Politik und Wirtschaft bei der SKS. «Bislang waren es vor allem die Detailhändler gewesen, die nicht auf Luftfracht verzichten wollten. Jetzt werden wir Menschen uns wieder bewusst, woher unsere Lebensmittel kommen», kommentiert Tschöpe weiter. Dies müsse leider noch lange nicht heissen, dass daraus ein langfristiges Umdenken hervorgehen werde. «Doch immerhin merken wir wieder einmal, was wir nicht wirklich bräuchten. Eine Sensibilisierung auf regionale Produkte schadet in keinem Fall », illustriert Tschöpe.

Das Problem mit den Spargeln

Engpässe kann man im Lebensmittelbereich schlecht umgehen, sagt Tschöpe. Die Nachfrage bestimmt den Preis. Am Beispiel mit den Spargeln festgemacht heisst das, dass man mit den spanischen Spargeln nicht die europäische Nachfrage decken kann. Als Konsequenz steigt der Spargelpreis an. «Das ist jedoch Zukunftsmusik, zunächst hoffen wir auf einen behutsamen Ausgang der Situation für alle Beteiligten», fügt Tschöpe an.

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt hat die Luftraumsperre bis heute Dienstag, acht Uhr verlängert.