Vontobel-Chef Zeno Staub taucht in der Liste der bestbezahlten Manager nie in den vordersten Rängen auf. Doch das muss hierzulande nicht viel heissen. Immerhin erhielt der 48-jährige Ostschweizer 2017 gut 3,5 Millionen Franken. Das ist gewiss nicht wenig für den Chef einer Bank mit knapp 1700 Angestellten, der vor fünf Jahren noch eine Million weniger in der Lohntüte hatte. Doch im Unterschied zu früher ging es mit Staubs Lohn dieses Mal kaum aufwärts.

Die Geschäftsleitung habe ihre finanziellen Ziele im letzten Jahr zwar «erfüllt», heisst es im Vergütungsbericht. Doch für einen Extrabonus wäre offenbar mehr nötig gewesen. Die Bank erwirtschaftete im Berichtsjahr aus einem leicht rückläufigen Betriebsertrag von gut einer Milliarde Franken zwar einen stattlichen Gewinn von 202 Millionen Franken.

Im Vergleich zum Vorjahr jedoch, als die Bank aus dem Verkauf ihrer Beteiligung am befreundeten Versicherer Helvetia einen Nachsteuergewinn von 91 Millionen Franken löste, sieht der Gewinn mit einem Rückgang von 22 Prozent eben doch nicht ganz so gut aus, wie sich dies der für seine ehrgeizigen Ziele bekannte Staub wohl selber erhofft haben dürfte.

Die Leistung enttäuschte offensichtlich auch die Investoren, welche die Vontobel-Aktien am Dienstag um über 4 Prozent zurückstuften. Dies ändert allerdings nichts daran, dass die Bank im Vergleich zu vielen Mitbewerbern auf einem guten Niveau weiterhin flott vorankommt. Eben erst legte das Institut ein altes Verfahren mit den deutschen Steuerfahndern aus Nordrhein-Westfalen einvernehmlich bei. Gegen eine Zahlung von 13,3 Millionen Euro legt Deutschland sämtliche Ansprüche gegen die Bank im Zusammenhang mit unversteuerten Vermögen deutscher Kunden zur Seite. Damit kann Vontobel dieses Kapitel nun definitiv schliessen.

Abschied vom Ländle

Auch aus Liechtenstein hat sich Vontobel unlängst zurückgezogen und die dortige Bank mit ihren 15 Mitarbeitern verkauft. Mit dem automatischen Informationsaustausch in Steuersachen, der nun auch mit Liechtenstein gilt, dürfte das Ländle für Schweizer Banken weiter an Bedeutung verlieren.

Zahlreiche Schweizer Steuersünder haben in den letzten Jahren ihre im Fürstentum parkierten Gelder in die Schweiz zurückgeholt. Mit dem Rückzug von Vontobel sinkt die Zahl der in Liechtenstein registrierten Banken auf 14. Vor fünf Jahren waren es noch 17 Banken gewesen. Verschiedene Institute wurden in dieser Zeit fusioniert, übernommen und eines sogar liquidiert. Inzwischen haben zwei liechtensteinische Banken chinesische Eigentümer.