Oberengstringen

Vom Limmattal aus die Welt erobert

Vor 75 Jahren gegründet, gehört die Beck Automation AG in Oberengstringen heute zu einer weltweit tätigen Firma. Mit ihren Anlagen werden Kunststoffbehälter aller Art dekoriert.

Sandro Zimmerli

Jeden Tag wechseln weltweit Millionen davon ihren Besitzer, Migros oder Coop bieten sie in allen Formen und Farben an - die Rede ist von mehr oder minder originell bedruckten Margarine-, Joghurt- oder Sahnebecher. Kaum einer weiss jedoch, dass eine Oberengstringer Firma die komplexen Automationen herstellt, mit deren Hilfe die Becher dekoriert werden.

«Jeder, der regelmässig einkauft, hat wohl irgendwann ein Produkt in der Hand, an dessen Herstellung wir beteiligt waren. Allerdings weiss das niemand», lacht Nicolas Beck. Der CEO des an der Neugutstrasse angesiedelten Familienbetriebes Beck Automation AG hat allen Grund zur Freude. Seine Firma feiert heute mit ihren Partnern und Lieferanten das 75-jährige Bestehen. «Gleichzeitig wird unsere neue Werkhalle eingeweiht», so Beck.

Mehr Platz ist für die mittlerweile weltweit tätige Firma auch dringen notwendig. Zwischen 35 und 40 Anlagen stellt sie jährlich her. «Die meisten davon, rund 70 Prozent, werden für Lebensmittelverpackungen gebraucht», erklärt Beck.

Seine Firma ist auf das so genannte In-Mold-Labeling-Verfahren, welches im Spritzgiessverfahren eingesetzt wird, spezialisiert. Dabei werden Verpackungen in einem einzigen Arbeitsgang hergestellt und dekoriert. Die vorgefertigte Etikette «verschmilzt» quasi mit dem Behälter. Dieses Verfahren erlaubt es ein Produkt von Kopf bis Fuss zu dekorieren.

Als Oscar Beck, der Grossonkel des heutigen CEO, die Firma 1934 in Zürich gründet, waren solche hochmodernen Anlagen noch Zukunftsmusik. «Meine Vorfahren waren Händler. Sie vertrieben Bedarfsartikel für das grafische Gewerbe», so Nicolas Beck. Erst in den sechziger Jahren beginnt die Firma mit Maschinen zu handeln.

Es sind vornehmlich Geräte für Druckerei- und die Buchbindereibetriebe. Das Unternehmen beginnt, solche Maschinen selber herzustellen. «1974 wurde dann die interne Abteilung Beck Automation gegründet. Es ist die Zeit, in der die Elektronik immer mehr Einzug in den Maschinenbau hält», erklärt Beck.

Kurze Zeit nach der Gründung der Beck Automation verlegt die Firma 1982 ihren Sitz von Zürich nach Oberengstringen. Ein Schritt, den Beck bis heute nicht bereut. «Wir sind hier aufgewachsen und mit der Gemeinde verwurzelt. Zudem liegt das Dorf in idealer Nähe zum Flughafen. Es gibt also keinen Grund von hier wegzuziehen», so Beck.

Er selber und sein Bruder Christian werden wenig später in den Verwaltungsrat der Firma gewählt. Gleichzeitig mit dem Führungswechsel beginnt auch der Umstieg auf das In-Mould-Labeling-Verfahren. «Bis Anfang der 90er-Jahre haben wir uns noch hobbymässig mit solchen Anlagen beschäftigt. Danach begann die stete Professionalisierung», hält Beck fest.

Wie sich zeigen sollte, hat sich dieser Schritt gelohnt. «Mittlerweile gehören wir zu den weltweit führenden Hersteller solcher Systeme. Wir sind in Europa, Nord- und Südamerika sowie in Südafrika präsent», sagt Beck. Das soll aber noch nicht alles sein. «Für nächstes Jahr ist geplant, eine Vertretung in Thailand zu eröffnen.

Dies ist für die Verpackungsindustrie ein wichtiger Markt», erklärt Beck. Zudem, so Beck, rechne man damit, dass die rund 35 Mitarbeiter starke Firma trotz Krise auch personell noch wachsen werde. «Im letzten Jahr konnten wir bereits sechs neue Stellen schaffen. Nächstes Jahr wird dann auch erstmals ein Lehrling bei uns ausgebildet.»

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