Milliarden-Deal mit Hitachi

Volkswirtschaftsdirektor Urs Hofmann: «ABB müsste Garantien für Arbeitsplätze einverlangen»

Urs Hofmann: «Unser Interesse ist klar, dass die ABB diesen Bereich als stabile Unternehmung selber weiter führt.»

Urs Hofmann: «Unser Interesse ist klar, dass die ABB diesen Bereich als stabile Unternehmung selber weiter führt.»

Der Aargauer Volkswirtschaftsdirektor Urs Hofmann nimmt Stellung zum möglichen Verkauf des Stromgeschäfts von ABB nach Japan und die Folgen für den Kanton.

Herr Hofmann, seit wann haben Sie Kenntnis von einem möglichen Verkauf der Stromübertragungssparte von ABB?

Urs Hofmann: Solche Gerüchte kursieren schon länger. Bekannt ist ja auch, dass ein wichtiger Minderheitsaktionär von ABB Druck in diese Richtung macht. Die neuste Meldung habe ich jedoch wie Sie über in japanischen Wirtschaftsmedien vorzeitig publik gewordene Meldungen erfahren.

Wie sind Ihre Kontakte zu ABB?

Wir stehen in regelmässigem Kontakt zu ABB. Mit deren Führungsleuten haben wir ein ausgesprochen gutes Verhältnis. Uns wurde zugesichert, dass wir vorgängig direkt informiert würden, bevor wichtige Entscheidungen öffentlich kommuniziert würden.

Was kam in diesen Gesprächen heraus, kann man etwas zum Zeithorizont sagen?

Aussagen über das hinaus, was den gestrigen Medienberichten zu entnehmen war, sind von meiner Seite derzeit nicht möglich. Auch nicht zum Zeithorizont.
Aber Sie würden es bedauern, wenn ABB einen Paradebereich verkaufen würde?
Unser Interesse ist klar, dass ABB diesen Bereich als stabile Unternehmung weiterhin selber führt.

Und wenn doch?

Für den Fall eines Verkaufs wäre unsere Erwartung, dass dieser Unternehmensteil in der Schweiz und im Kanton Aargau bliebe, und dass unabhängig von der Struktur und von der Eigentümerschaft kein Arbeitsplatzabbau und keine Verlagerungen erfolgen würden. Ich erwarte, dass ABB entsprechende Garantien für die Arbeitsplätze in der Schweiz einverlangen und nicht einfach einen Unternehmensteil abstossen würde. Ziel muss es sein, dass der Standort Aargau für den Fall eines möglichen Joint Venture gestärkt und keinesfalls geschwächt wird.

Haben Sie Hinweise über mögliche Arbeitsplatzverluste?

Es wäre falsch und unseriös, darüber zu mutmassen. Dazu wissen wir noch viel zu wenig. Selbstverständlich führen jedoch die Erfahrungen, die wir im Aargau in den letzten Jahren mit Verkäufen von Unternehmensteilen an ausländische Konzerne gemacht haben, allenthalben zu einer Verunsicherung.

Wäre der Verkauf dieses Unternehmensteils nicht der Anfang vom Ende des Stromkantons Aargau?

Auch hier wäre es verfrüht und falsch, Spekulationen anzustellen. Nur so viel: Wenn es zu so einem Joint-Venture käme, wäre der Aargau mit einem Teil der Betriebe von ABB auch betroffen. Aber um beurteilen zu können, was es genau bedeutet, müssten wir erst weitere Angaben haben. Diese liegen uns zurzeit nicht vor. (MKU)

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