Je 190 Tonnen sind sie schwer, die vier Transformatoren, die von der ABB-Fabrik im deutschen Bad Honnef bei Bonn bis in die Glarner Alpen transportiert werden müssen. Sie sind Teil des 124-Millionen-Auftrages, den ABB 2009 für die Lieferung der elektrischen Ausrüstung des neuen Pumpspeicherwerks Limmern erhielt. Insgesamt investiert Axpo 2,1 Milliarden Franken in das Ausbauprojekt Linthal 2015 mit dem Ziel, die Versorgungssicherheit der Schweiz weiter zu verbessern.

Ein imposantes Projekt, das auch im Ausland mit Interesse verfolgt wird. Der Transport der vier Schwergewichte mit den beeindruckenden Massen von knapp 10 m Länge, 3 m Breite und einer Höhe von 4,2 m war eine logistische Herausforderung, mussten doch rund 700 Kilometer und 1700 Höhenmeter bewältigt werden.

Trafotransport der ABB

Und Herausforderungen gab es einige auf dieser rund 16 Tage dauernden Reise durch halb Mitteleuropa: Ab dem deutschen ABB-Transformatorenwerk in Bad Honnef ging es per speziellen LKW-Tieflader auf der Strasse bis zum Hafen nach Duisburg, wo jeweils zwei Trafos über einen Ponton auf ein Rheinschiff verladen wurden. Wegen des hohen Wasserstandes musste ein Kran mehrfach versetzt werden – ansonsten lief alles reibungslos. Nach etwa einer Woche auf dem Rhein kam die Fracht dann im Auhafen in Basel an. Dort wurde ein Transformator zwischengelagert und der andere auf die Schiene umgeladen. Über Nacht fuhr der SBB-Extrazug bis zum Bahnhof Linthal ins Glarnerland.

Ab Linthal ging es mit einem 53 Meter langen und über 3 Meter breiten Schwerlastzug aus drei LKWs im Schritttempo über eine enge und kurvenreiche Strasse hinauf nach Tierfehd, das direkt unter dem neuen Pumpspeicherwerk liegt. Knackpunkt hierbei war eine enge Kurve um einige Hausecken herum – dabei waren Massarbeit und eine ruhige Hand der Lastwagenchauffeure gefragt.

Neben den vier Transformatoren liefert und installiert ABB für das neue Pumpspeicherwerk die Hochspannungskabelverbindung vom Kraftwerk Limmern zum Unterwerk Tierfehd, die Generatorableitung, die Mittelspannungsanlagen, das Kraftwerksleitsystem, die Gleichspannungsversorgungs- sowie die Notstromanlage.

Mit Linthal 2015 wird einen wichtigen Beitrag dazu leisten, in der Schweiz den Bedarf an Spitzenstrom zu decken. Es entsteht ein hochflexibles Pumpspeicherwerk, das innerhalb weniger Minuten sowohl grosse Mengen an Strom produzieren wie auch zeitweilige Stromüberschüsse aufnehmen und durch Hochpumpen von Wasser für eine spätere Nutzung speichern kann. Ab dem Jahr 2015 soll in den Glarner Alpen das Wasser aus dem Limmernsee in den 630 m höher gelegenen Muttsee zurückgepumpt und bei Bedarf wieder zur Stromproduktion genutzt werden. Das neue Werk wird eine Pumpleistung und eine Turbinenleistung von je 1000 MW aufweisen.

Die erste Maschinengruppe soll Ende 2015 ans Netz gehen. (sda)