Bei der Nutzung werbefreier Inhalte würden Schweizer eine widersprüchliche Haltung einnehmen, schreibt das Vergleichsportal Comparis am Donnerstag. Bloss ein Drittel der Befragten wäre nach eigenen Angaben bereit, für werbefreie Inhalte zu bezahlen, obwohl fast die Hälfte vorwiegend kostenpflichtige Streaming-Dienste konsumiert.

Am höchsten ist die Zahlungsbereitschaft laut den Ergebnissen bei TV-Inhalten, bei denen der Medianwert bei 8 Franken monatlich liegt. Für Internet-Streamingdienste würden 3 Franken monatlich gezahlt. Bei News-Websites liegt die Zahlungsbereitschaft bei 2 Franken. Für werbefreies Radio werde gerade einmal 1 Franken ausgegeben, und bei Podcasts gibt es überhaupt keine Zahlungsbereitschaft.

Beim effektiven Medienkonsum sieht es laut Comparis jedoch anders aus: Tatsächlich nutzen gemäss der Befragung schon 47 Prozent der Befragten zumindest einzelne kostenpflichtige Streaming-Anbieter als Hauptkanal anstelle von kostenfreien klassischen TV- und Radiosendern. 31 Prozent hätten den kostenpflichtigen Streaming-Dienst Netflix als Hauptkanal für Video- und TV-Content abonniert, bei den unter 36-Jährigen sind es sogar 53 Prozent.

Pop-Up-Werbung nervt am meisten

Was die Werbung angeht, nerven sich die Befragten am meisten an Pop-Up-Werbung auf Webseiten (63 Prozent), gefolgt von Werbespots vor Internetvideos (58 Prozent) und TV-Werbespots (57 Prozent). Deutlich besser toleriert wird hingegen Radiowerbung: Zwei von fünf Umfrageteilnehmern stören sich daran. Ähnlich verhält es sich laut Comparis mit Werbung im Umfeld von Podcasts: 42 Prozent fühlen sich durch Spots gestört. Am wenigsten Ärger verursacht Werbung auf News-Webseiten wie "Blick" oder "20 Minuten" (36 Prozent).

"Radio wird vor allem als Begleitmedium genutzt, Werbung fällt somit weniger auf", sagte Comparis-Digital-Experte Jean-Claude Frick dazu. Visuelle Inhalte würden indes aktiv konsumiert, weshalb Werbespots stärker als störende Unterbrechungen wahrgenommen würden.

1'047 Personen aus allen Regionen der Schweiz wurden im Januar 2019 befragt.