Übernahmekampf

Verwaltungsrat von Schmolz + Bickenbach lehnt Vekselberg-Angebot ab

Der russische Investor Viktor Vekselberg

Der russische Investor Viktor Vekselberg

Die Aktie von Schmolz + Bickenbach soll deutlich mehr wert sein als die Renova AG, hinter welcher der russische Milliardär Viktor Vekselberg steht, bisher bietet. Die zweitgrösste Aktionärin Gebuka AG hat das Angebot bereits abgelehnt.

Beim Kampf um die Kontrolle über den schlingernden Stahlkonzern Schmolz + Bickenbach (S+B) gibt es für den bald praktisch vollständig abtretenden Verwaltungsrat nichts mehr zu gewinnen. Jetzt geht es nur noch darum, das beste für die vielen Kleinaktionäre herauszuholen. Als Interessenvertreter dieser Aktionäre hatte sich der scheidende VR-Präsident Hans-Peter Zehnder gegenüber der «Nordwestschweiz» (Samstagsausgabe) bezeichnet.

Laut einer von der Bank J. Safra Sarasin ausgearbeiteten unabhängigen Fairness Opinion soll die S+B-Aktie deutlich mehr wert sein als die 2.85 Franken, welche das Tandem Renova und «alte» S+B-Familienaktionäre bieten. Der Preis liege zudem unter den aktuellen Börsennotierungen. Deshalb regten sich Gerüchte um Nebenabsprachen zwischen Renova und den Familienaktionären. Tatsächlich hatte es gewisse Nebenleistungen der Renova an die Familienaktionäre gegeben und Renova hatte auch gegenüber der Übernahmekommission erklärt, dass es keine verdeckten Nebenleistungen gegeben habe bzw. solche in Aussicht gestellt worden seien.

S+B soll viel mehr wert sein

Je nach Berechnungsmethode liege der angemessene Preis pro Aktie zwischen 3.95 und 5.70 Franken. Die zweitgrösste Aktionärin Gebuka AG, die 6 Prozent an S+B hält, hat bereits erklärt, das Angebot abzulehnen.

Ende Juli hatte der abtretende Verwaltungsrat mit Renova und den Familienaktionären vereinbart, den Ablauf der Kontrollübergabe geordnet vorzunehmen. Damit soll vermieden werden, dass Lieferanten und Geschäftspartner verunsichert und das Unternehmen destabilisiert werden. Bezüglich des Übernahmeangebots hatte sich der abtretende Verwaltungsrat zu einer neutralen Haltung verpflichtet, wie das Unternehmen in einer am Montag verschickten Meldung schreibt. Abgesehen von ihrer ablehnenden Haltung gegenüber dem Übernahmeangebot beabsichtigt der abtretende Verwaltungsrat nicht, Abwehrmassnahmen zu ergreifen.

Die Analysten der Bank Vontobel rechnen damit, dass sich Renova und die Familienaktionäre durchsetzen werden. Damit würde eine höhere Verwässerung des Aktienkapitals einher gehen. «Die schwindende Unsicherheit könnte sich kurzfristig positiv auf den Aktienkurs auswirken», heisst es im Kommentar vom Montagmorgen weiter, «aber die strategische Ausrichtung von S+B bleibt unklar.»

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