Der Start der Maschine wurde live im portugiesischen Fernsehen übertragen. Madeira stand nach der Tragödie noch immer unter Schock.

Am Karfreitag hatten Überlebende und ihre Angehörigen in Funchal an einem Gedenkgottesdienst teilgenommen. Einige der Gäste hätten deutliche Verletzungen am Körper und im Gesicht gehabt, berichtete die Zeitung "Correio da Manhã". Die 45-minütige Veranstaltung, an der auch Portugals Staatspräsident Marcelo Rebelo de Sousa teilnahm, fand hinter verschlossenen Türen statt.

Der Airbus der deutschen Luftwaffe war am frühen Samstagmorgen vom Flughafen Köln-Wahn nach Madeira aufgebrochen, um die Verletzten abzuholen. Mitarbeitern der Klinik in der Inselhauptstadt Funchal zufolge war ein verletzter Deutscher bereits am Freitagabend nach Deutschland zurückgekehrt.

29 Tote laut portugiesischen Quellen

Bei dem Busunfall am Mittwochabend nahe der Ortschaft Caniço waren nach Angaben der portugiesischen Behörden 29 deutsche Touristen ums Leben gekommen. Von deutscher Seite wurde bislang keine Opferzahl genannt. Dies soll erst nach Abschluss der Identifizierung geschehen. Die Leichen sollen in den nächsten Tagen ebenfalls nach Deutschland gebracht werden.

Der Bus sollte die Touristen vom Hotel zum Abendessen bringen. In einer engen Kurve verlor der Fahrer die Kontrolle über den mit mehr als 50 Passagieren besetzten Bus, der daraufhin eine Böschung hinabstürzte und in ein Haus krachte. 25 Deutsche wurden nach portugiesischen Angaben verletzt, ausserdem zwei Portugiesen: der Busfahrer und eine Fremdenführerin.

Unfallursache immer noch unklar

Die genaue Unglücksursache ist bislang ungeklärt. Der portugiesische Fernsehsender TV RTP berichtete am Freitag, möglicherweise habe das Gaspedal blockiert und der Fahrer habe versucht, den immer schneller werdenden Bus zum Halten zu bringen, indem er gegen eine Mauer fuhr. Ein deutscher Überlebender des Unglücks hatte zuvor Bremsversagen vermutet. Die örtliche Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen auf.

Die Atlantikinsel Madeira ist ein beliebtes Reiseziel. Im vergangenen Jahr kamen 1,6 Millionen Besucher auf die von lediglich 270'000 Menschen bewohnte Insel. Darunter waren rund 328'000 deutsche Touristen - das war die grösste Gruppe, in etwa gleichauf mit britischen Reisenden.