Es gehe primär darum, einen Rahmen für die Zusagen zu finden, welche die verschiedenen Staaten bis nächstes Jahr machen müssen, sagte Bruno Oberle, Direktor des Bundesamtes für Umwelt (BAFU), in Lima.

Drei Punkte stünden dabei im Mittelpunkt, erklärte Oberle: "Sollen die Staaten Angaben zu ihren Reduktionszielen, zu ihren finanziellen Beiträgen und dazu machen, wie sie sich dem Klimawandel anpassen wollen? Oder nur zu einem oder zwei dieser Punkte?" Zudem solle nach den Verhandlungen klar sein, wie präzise die Angaben der Staaten sein müssten.

Diese Verhandlungen könnten indes noch andauern: Die meisten Teilnehmer gingen von einem Konferenz-Ende erst am Samstag aus. Bis am Freitagabend gab es keine klare Linie bei der Entscheidung über vergleichbare Kriterien für nationale Klimaschutzziele.

Vage Vorgaben

Die Konferenzleitung präsentierte den 195 Länderdelegationen in der Nacht zum Freitag einen von rund 50 auf 7 Seiten eingedampften Text, der in vielen Punkten aber nur vage Vorgaben für nationale Klimaschutzzusagen enthielt. Strittig ist vor allem, wie stark die Finanzierungsverpflichtung für Industrieländer betont wird.

Es sei denkbar, dass viele der relevanten Entscheide erst nächstes Jahr gefällt werden, sagte Patrick Hofstetter, Leiter Klima und Energie bei WWF Schweiz und Mitglied der Schweizer Delegation in Lima. "Um in Paris ein umfassendes Abkommen abschliessen zu können, ist das aber sicher nicht ideal", fügte er an.

Ziel der Klimakonferenz in Lima ist es, den Entwurf eines umfassenden internationalen Klimaschutzabkommens vorzulegen, das dann bei der nächsten UNO-Klimakonferenz Ende 2015 in Paris beschlossen werden soll.

2020 soll das Abkommen in Kraft treten. Indem alle Staaten sich auf nationale Ziele für den Klimaschutz verpflichten, soll es gelingen, die Erderwärmung auf gerade noch beherrschbare zwei Grad zu begrenzen. Mit den bisher verkündeten Reduktionsvorhaben wird das nicht erreicht.

Kerry: Jedes Land trägt Verantwortung

US-Aussenminister Kerry betonte, der Klimawandel sei menschengemacht und könne von Menschen aufgehalten werden. Er erkannte die Verantwortung der Industrieländer für den Klimawandel an, nahm die Entwicklungsländer aber im Kampf gegen die Erderwärmung mit in die Pflicht. "Jedes Land hat die Verantwortung, seinen Teil zu tun."

Über 50 Prozent der Treibhausgase kämen aus Entwicklungsländern. Notwendig sei deshalb eine globale Lösung. Die Industriestaaten müssten den schwachen Staaten dabei helfen.

Das Problem der Lastenverteilung bei der Bekämpfung der Erderwärmung sorgt für eine schwierige Debatte. Vor allem die reichen und industrialisierten Länder werden für den Klimawandel verantwortlich gemacht.

Hingegen sind es vordergründig die ärmeren Länder, die von den Folgen wie einem steigenden Meeresspiegel und höheren Temperaturen betroffen sind. Gleichzeitig sind auch aufstrebende Schwellenländer wie China, Indien und Brasilien gefordert zu handeln.

"Dringende Notwendigkeit"

Das angestrebte Weltklimaabkommen sei nicht nur eine Option, sondern eine "dringende Notwendigkeit", sagte Kerry weiter. Das Zeitfenster, um den Klimawandel aufzuhalten, schliesse sich schnell.

Skeptisch äusserte sich Kerry mit Blick auf fossile Brennstoffe. Kurzfristig erschienen Kohle und Öl als billigere Option. "Aber wir müssen die echten Kosten berechnen", forderte er mit Verweis auf die Milliardenschäden durch Naturkatastrophen und Krankheiten.

Der Wandel zu alternativen Energien schaffe Jobs, und die Energieversorgung sei mit ihnen nicht mehr abhängig von bestimmten Weltregionen.