Arbeitskonflikt

Verdi weitet Streiks bei der Deutschen Post weiter aus

Streikende vor dem Verteilzzentrum der Post in Köln, am  08. Juni 2015.

Streikende vor dem Verteilzzentrum der Post in Köln, am 08. Juni 2015.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat ihren Streik bei der Deutschen Post wie angekündigt ausgeweitet. Auch in Nordrhein-Westfalen seien nun Briefträger zu einem unbefristeten Streik aufgerufen, teilte Verdi am Mittwoch in Düsseldorf mit.

Betroffen seien ausgesuchte Orte der Niederlassungen Köln, Düsseldorf, Dortmund, Herford, Bonn, Duisburg, Münster, Essen, Hagen und Siegen, wo rund tausend Zusteller die Arbeit niederlegen sollen. Am Dienstag waren bereits in Berlin erste Zusteller in den Ausstand getreten.

Dadurch könnten voraussichtlich Millionen Sendungen nicht bearbeitet und zugestellt werden. Weiter hiess es, der "rücksichtslose Umgang der Konzernleitung mit den Beschäftigten" führe zu einem erheblichen Imageverlust der Post AG, den wiederum die Beschäftigten bei ihren Kundenkontakten auszubaden hätten.

Auch in mehreren hessischen Regionen wurden die Brief- und Paketzusteller zum Streik aufgerufen. Betroffen sind unter anderem Frankfurt am Main, Kassel und Fulda, wie Verdi Hessen mitteilte.

Die Post-Beschäftigten hatten am Montag mit einem unbefristeten Streik begonnen und zunächst in den bundesweit 83 Briefverteilzentren die Arbeit niedergelegt.

In dem Tarifkonflikt geht es um die Arbeitsbedingungen von rund 140'000 Beschäftigten. Vor allem aber wird über die Ausgründung von 49 regionalen Gesellschaften für die Paketzustellung gestritten. Verdi sieht darin einen Bruch bestehender Vereinbarungen mit dem Management.

In diesen Unternehmen arbeiten bereits mehr als 6000 Paketboten, die nicht nach dem Haustarif der Post bezahlt, sondern nach den niedrigeren Tarifen der Logistikbranche. Verdi will erreichen, dass sie tariflich unter das Dach der Post zurückkehren.

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