Chile

USA: Russland heizt Massenproteste in Chile mit Internetkampagne an

Die Polizei in der chilenischen Hauptstadt Santiago setzt Wasserwerfer gegen Anti-Regierungsdemonstranten ein.

Die Polizei in der chilenischen Hauptstadt Santiago setzt Wasserwerfer gegen Anti-Regierungsdemonstranten ein.

Die US-Regierung hat Russland vorgeworfen, mit einer Internetkampagne die Massenproteste in Chile anzuheizen. Demnach sollen russische Internetnutzer Online-Diskussionen stören und die Atmosphäre in Chatrooms vergiften.

Wie das Weisse Haus am Donnerstag mitteilte, sprach Präsident Donald Trump in einem Telefongespräch mit dem chilenischen Staatschef Sebastián Piñera eher allgemein von "ausländischen Bemühungen, um Chiles Institutionen, Demokratie oder Gesellschaft zu untergraben". Ein ranghoher Vertreter des US-Aussenministers warf Russland vor, die Debatte in Chile durch Beiträge sogenannter Internet-Trolle in Online-Netzwerken zu "verzerren".

Als Trolle werden Internetnutzer bezeichnet, die bewusst Online-Diskussionen stören und die Atmosphäre in Chatrooms vergiften. Der Ministeriumsvertreter sagte, die russische Kampagne ziele darauf ab, die Meinungsunterschiede in Chile zu verschärfen, Konflikte zu schüren und eine "verantwortungsvolle demokratische Debatte" zu stören.

Nach Einschätzung der US-Behörden hatte Russland 2016 auch in den USA versucht, durch die massive Verbreitung von Falschinformationen Einfluss auf die Präsidentschaftswahl zu nehmen - zugunsten des Wahlsiegers Donald Trump.

Chile wird seit Mitte Oktober von Massenprotesten mit bislang 20 Toten erschüttert. Die Proteste wurden durch eine Erhöhung der U-Bahn-Preise in der Hauptstadt Santiago de Chile ausgelöst. Inzwischen fordern die Demonstranten den Rücktritt des 69-jährigen Präsidenten Piñera und eine grundlegende Änderung seiner Wirtschaftspolitik, die sie für die sozialen Probleme in dem südamerikanischen Land verantwortlich machen. Ein Krisentreffen Piñeras mit den Oppositionsführern endete am Donnerstag ergebnislos.

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