In der vergangenen Woche reichte die Steuerbehörde IRS rund ein Dutzend neue Anzeigen ein, neun betreffen UBS-Kunden, mindestens zwei die britische Grossbank HSBC.

Laut einer Medienmitteilung des IRS schleusten die Steuersünder zusammen mehr als 100 Mio. Dollar am Fiskus vorbei. Sie sind dabei nach dem gleichen Schema vorgegangen wie die bereits im Steuerstreit zwischen der UBS und den USA identifizierten Betrüger.

In manchen Fällen wurden die Endbegünstigten der Anlagen über Scheinfirmen vertuscht, andere verschwiegen den Behörden ihre ausländischen Konten.

Ein Teil der Steuersünder ist bereits geständig. Von anderen wird erwartet, dass sie sich nächste Woche vor Richtern in New York schuldig bekennen.

Der ehemalige UBS-Banker Bradley Birkenfeld, der den Steuerstreit zwischen der Schweiz und den USA ins Rollen brachte, wartete inzwischen mit neuen Anschuldigungen auf. Selbst einige amerikanische Politiker hätten geheime UBS-Konten im Ausland, sagte er in einem Interview mit der Zeitung "New York Daily News".

Laut Birkenfeld unterhielt die UBS in Washington ein Büro mit dem Namen PEP-Office. PEP stand für "politisch exponierte Personen". "Nur die obersten Manager der Bank kannten die Namen der politischen Kunden", sagte Birkenfeld.

Birkenfelds Anwälte reichten bei US-Präsident Barack Obama ein Gnadengesuch ein. Der Ex-Banker hatte zwar die Machenschaften der UBS der IRS offengelegt, gleichzeitig versucht, seine Rolle zu verschweigen. Dafür wurde er zu 40 Monaten Gefängnis verurteilt.

Nun fordern die Anwälte nicht nur Birkenfelds Freilassung. Er soll überdies mit bis zu 30 Prozent der Gelder, die dank seinen Angaben sichergestellt werden konnten, belohnt werden.

"Noch nie in der Geschichte der USA hat jemand einen derart grossen Steuerbetrug aufgedeckt", heisst es im Schreiben der Anwälte Birkenfelds, Stephen Kohn und Dean Zerbe, an den US-Präsidenten.

In der Schweiz ging das politische Ringen um den Staatsvertrag mit den USA auch am Wochenende weiter. Bundesrätin Micheline Calmy-Rey warnte das Parlament vor den negativen Folgen einer Ablehnung.