Finanzkrise

US-Staatsanwalt erhebt Vorwürfe gegen Notenbankchef Bernanke

US-Notenbankchef Ben Bernanke

US-Notenbankchef Ben Bernanke

Die Staatsanwaltschaft New York hat schwere Vorwürfe gegen Notenbankchef Ben Bernanke und Ex-Finanzminister Henry Paulson im Zusammenhang mit der Not-Übernahme von Merrill Lynch durch die Bank of America erhoben.

Bernanke und Paulson hätten den Bank-of-America-Chef Kenneth Lewis vor die Wahl gestellt, der Fusion entweder zuzustimmen oder seinen Job zu verlieren, erklärte Generalstaatsanwalt Andrew Cuomo.

Ein genaues Bild der Rolle der Fed in dieser Angelegenheit habe sich die Staatsanwaltschaft jedoch noch nicht machen können.

Merrill hatte sich im September aus Furcht vor den Folgen der Finanzkrise in einer überraschenden Nacht-und-Nebel-Sitzung für 50 Mrd. Dollar an die Bank of America verkauft - nur Stunden vor dem Kollaps der Investmentbank Lehman Brothers.

Die Fusion war das Ergebnis mehrerer Krisensitzungen binnen Stunden im damals hermetisch abgeriegelten Fed-Gebäude in New York. Cuomo schrieb seine Erkenntnisse jetzt in einem Brief an den Chef der US-Börsenaufsicht SEC und ranghohe Kongress-Mitglieder.

Cuomo soll eigentlich die Umstände der Bonus-Zahlungen im Umfang von 3,6 Mrd. Dollar an Merrill-Manager vor dem Abschluss der Fusion zum 1. Januar 2009 untersuchen.

Nun habe die Untersuchung aber auch Fakten aufgedeckt, die Fragen aufwerfen würden im Zusammenhang mit dem Bankenrettungsprogramm TARP sowie den den Grundsätzen der Unternehmensführung und den Offenlegungs-Praktiken bei der Bank of America, schrieb Cuomo in dem Brief.

Eine Sprecherin der Notenbank teilte zu den Vorwürfen mit, niemand von der Fed habe Lewis oder die Bank of America bezüglich Fragen der Offenlegung beraten.

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