Geldpolitik

US-Notenbank ändert geldpolitischen Kurs erwartungsgemäss nicht

Das Gebäude der US-Notenbank Federal Reserve in New York (Archiv)

Das Gebäude der US-Notenbank Federal Reserve in New York (Archiv)

Die US-Notenbank Federal Reserve setzt angesichts der schwachen Konjunktur weiter auf eine sehr lockere Geldpolitik. Wie erwartet erklärte die Fed am Mittwoch, den Leitzins bei null bis 0,25 Prozent zu belassen.

Das ausserordentlich niedrige Zinsniveau werde nach dem derzeitigen Stand der Wirtschaft "bis mindestens Ende 2014" geboten sein. Auch die Programme zum Aufkauf von Staatsanleihen und Hypothekenpapieren, mit denen die Zinsen weiter gedrückt werden sollen, setzt die Zentralbank den Angaben zufolge fort, bis die Arbeitslosenquote auf 6,5 Prozent gefallen ist.

Aktuell liegt diese bei 7,8 Prozent - deutlich über dem Niveau vor der Krise, die Realwirtschaft und Immobilienmärkte in den USA inzwischen das sechste Jahr in ihrem Bann hält.

Erst am Nachmittag war bekanntgeworden, dass die US-Wirtschaft in den letzten drei Monaten vergangenen Jahres überraschend geschrumpft war. Von Reuters befragte Experten hatten mit einem Plus von 1,1 Prozent gerechnet.

Umstrittener Kurs

Im Begleitkommentar zum Zinsbeschluss erklärte Fed-Chef Ben Bernanke, die Wirtschaftserholung habe in den zurückliegenden Monaten pausiert, allerdings nur vorübergehend: "Das Wachstum der wirtschaftlichen Entwicklung hat eine Pause eingelegt - vor allem wegen des Wetters und anderer vorübergehender Faktoren."

Ende Oktober war der Hurrikan Sandy über die Ostküste der USA gefegt und hatte vor allem in New York, der Wirtschafts- und Finanzmetropole des Landes, Verwüstungen angerichtet und zu teils wochenlangen Stromausfällen geführt - mit entsprechenden Folgen für Firmen und Haushalte.

Innerhalb der Fed ist Bernankes Kurs umstrittenen, da er das Risiko eines Inflationsschubes beinhaltet, der sich entladen könnte, wenn die Wirtschaft wieder Tritt fast und die Notenbank nicht rechtzeitig gegensteuert.

Zudem können die Milliarden der Fed, die ihre Bilanz auf über drei Billionen Dollar aufgebläht haben, am Immobilienmarkt eine Preisblase aufpumpen, deren Platzen die Wirtschaftserholung binnen kürzester Zeit zunichte machen würde. Andererseits würde ein abruptes Ende der Hilfe per Notenpresse die Kreditzinsen in die Höhe schnellen lassen und die ohnehin laue Konjunktur abwürgen.

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