Geldpolitik

US-Leitzins bleibt auf historischem Tiefstand

Teil des Gebäudes der US-Notenbank in Washington (Archiv)

Teil des Gebäudes der US-Notenbank in Washington (Archiv)

Trotz aufgehellter Konjunkturaussichten in den USA bleibt die Notenbank Fed ihrer Politik des billigen Geldes vorerst treu. Der Leitzins werde noch «eine längere Zeit» ausserordentlich niedrig bleiben, kündigte die Federal Reserve nach einer Sitzung ihres Offenmarktausschusses (FOMC) in Washington an.

Die Notenbanker behielten damit trotz einer Gegenstimme aus den eigenen Reihen die in der Krise geprägte Formel bei, die den Finanzmärkten für eine Reihe von Monaten Ruhe an der Zinsfront signalisiert.

Die Banken erhalten von der Fed weiterhin frisches Geld praktisch zum Nulltarif: Die Notenbank beliess das Zins-Band bei null bis 0,25 Prozent. Experten gehen davon aus, dass die Zentralbanker erst bei einer stabilen Belebung der Wirtschaft an der Zinsschraube drehen werden - frühestens im zweiten Halbjahr.

Nach dem Zinsentscheid legte der Euro zu. Die Gemeinschaftswährung verteuerte sich auf 1,3776 Dollar und erreichte damit ihren bisherigen Tageshöchststand. Die US-Aktienmärkte bauten ihre Gewinne leicht aus. Auch der Ölpreis erhielt Auftrieb.

Für Optimismus unter Investoren sorgte vor allem die Feststellung der US-Notenbanker um Fed-Chef Ben Bernanke, dass sich der Arbeitsmarkt stabilisiert hat und die Firmen verstärkt in Ausrüstungsgüter und Software investierten.

Die US-Konjunktur hatte sich zwar Ende vorigen Jahres kräftig erholt, doch haben sich die dunklen Wolken am Arbeitsmarkt noch nicht verzogen.

Mit einer Arbeitslosenquote von 9,7 Prozent und anhaltendem Stellenabbau scheint daher Vorsicht für die Geldpolitiker geboten, die per Mandat für Preisstabilität und Vollbeschäftigung sorgen sollen.

Problematisch bleibt aus Sicht der Fed auch der noch immer am Boden liegende Immobiliensektor, von dem die Finanzkrise ausging. Eis, Schnee und Winterstürme haben die Lage am US-Wohnungsmarkt auch im Februar eingetrübt. Die Zahl der Wohnbaubeginne sank aufs Jahr hochgerechnet um 5,9 Prozent.

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