Minus-Teuerung

US-Konsumentenpreise fallen so stark wie seit 1950 nicht mehr

US-Amerikaner tankt sein Auto (Archiv)

US-Amerikaner tankt sein Auto (Archiv)

Die Konsumentenpreise in den USA sind im Juli so stark gesunken wie seit fast 60 Jahren nicht mehr. Sie fielen um 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Arbeitsministerium mitteilte. Das ist der stärkste Rückgang seit Januar 1950.

Analysten hatten mit einem Minus von 2,0 Prozent gerechnet. Grund für den Preisverfall ist die billigere Energie. Dafür bezahlten die amerikanischen Konsumenten im Schnitt 28,1 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Dem ging ein Verfall der Weltmarktpreise für Rohöl voraus. Für ein Fass wurde vor einem Jahr der Rekordwert von knapp 150 Dollar verlangt. Derzeit sind es mit gut 70 Dollar weniger als die Hälfte, weil die Nachfrage wegen der weltweiten Rezession einbrach.

Ohne die stark schwankenden Energie- und Lebensmittelpreise wären die Lebenshaltungskosten um 1,5 Prozent gestiegen. Daher sprechen Ökonomen nicht von Deflation. Im Vergleich zum Vormonat blieben die Preise im Juli unverändert. Im Juni waren sie mit 0,7 Prozent etwas stärker angestiegen als erwartet, im Mai lediglich um 0,1 Prozent.

Trotz sinkenden Preisen hat sich dagegen das US-Konsumentenvertrauen Anfang August unerwartet stark eingetrübt. Der entsprechende Index von Reuters und der Universität Michigan fiel nach vorläufigen Berechnungen auf 63,2 Punkte von 66,0 Zählern im Vormonat und damit auf den tiefsten Stand seit März. Ökonomen hatten mit einem Anstieg auf 68,5 Punkten gerechnet.

Viele machten den anhaltenden Arbeitsplatzabbau, kürzere Arbeitszeiten und geringere Lohnsteigerungen dafür verantwortlich. Die Aussichten für die Wirtschaft beurteilten die Konsumenten dagegen optimistischer.

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