Goldman Sachs wiederum litt unter der Zurückhaltung der Kunden, denen die Schuldenkrise in Europa und den USA aufs Gemüt schlägt. Der Gewinn lag bei vergleichsweise mageren 1,1 Milliarden Dollar.

Die Zahlen stehen im Gegensatz zu den glänzenden Ergebnissen so mancher Rivalen an der Wall Street: US-Branchenprimus JPMorgan Chase verdiente im gleichen Zeitraum 5,4 Mrd. Dollar und die ehedem staatlich gestützte Citigroup kam auf 3,3 Mrd. Dollar. Die bei Privatkunden starke Wells Fargo scheffelte 3,7 Mrd. Dollar, wie sie am Dienstag mitteilte.

Problematische Übernahme

Der Hauptgrund für den Absturz der Bank of America ist ein teurer Vergleich mit einer Gruppe von 22 Investoren. Die Gruppe hatte sich bei US-Hypothekenpapieren übers Ohr gehauen gefühlt. Die Investoren verhandelten so lange mit der Bank of America, bis diese einer Zahlung von 8,5 Mrd. Dollar zustimmte. Im Vorjahreszeitraum hatte die Bank noch einen Gewinn von 2,8 Mrd. Dollar geschrieben.

Die Bank of America hatte den Megaverlust bereits vor drei Wochen angedeutet. Das Haus ist der Sorgenfall unter den US-Instituten. Die Bank hatte in der Finanzkrise den grossen Immobilienfinanzierer Countrywide übernommen - ein schwerer Fehler, wie sich im Nachhinein herausstellte.

Countrywide hatte seine Kredite viel zu lax vergeben; in der Krise konnten dann reihenweise Hausbesitzer ihre Raten nicht mehr zahlen. Die Bank of America muss nun mit den Verlusten klarkommen; die Lage entspannt sich aber langsam.

Lichtblick in schwierigem Umfeld

Bei Goldman Sachs sieht die Situation anders aus. Bankchef Lloyd Blankfein sprach in New York von einem schwierigen Marktumfeld; zudem sei Goldman bewusst weniger Risiken eingegangen.

Ein Lichtblick war das Geschäft mit Börsengängen sowie der Beratung bei Übernahmen und Fusionen. Hier konnte Goldman deutlich zulegen.