So rechnet etwa Europas grösster Reiseanbieter Tui Travel damit, dass die Aufstände zwischen Januar und März umgerechnet bis zu 45 Millionen Franken kosten werden. Dies teilte die Firma am Donnerstag am Donnerstag in Crawley bei London mit.

Reiseunternehmen schreiben im Winter in der Regel rote Zahlen, weil sie in dieser Zeit ihre Kosten nicht decken können. Ihren Gewinn fahren sie in der Hauptreisezeit im Sommer ein.

Gerade Ägypten mit seinen Badeorten am Roten Meer ist im umsatzschwachen Winterhalbjahr eine wichtige Reisedestination. Auch für andere Grossveranstalter wie Thomas Cook und Club Med dürften nach einer Analyse der Bank Vontobel vom Donnerstag hohe Kosten anfallen.

Viele Reisende buchen um

Der grösste Schweizer Reiseveranstalter Kuoni sei dagegen von der Krise nicht so stark betroffen. Nach Einschätzung der Bank Vontobel ist zwar auch hier mit Verkaufseinbussen in Höhe von 20 bis 30 Mio. Franken zu rechnen. Dies ist jedoch ein kleiner Wert im Vergleich zum Jahresumsatz der Kuoni-Gruppe von insgesamt 3,8 Mrd. Franken (2009).

Da Kuoni in Ägypten keine eigenen Hotels oder Flugzeuge habe, hielten sich die Verluste in Grenzen, sagte Unternehmens-Sprecher Peter Brun. Rund 50 Prozent der Kunden, die ursprünglich nach Ägypten reisen wollten, hätten ihren Reise zudem nicht annulliert, sondern umgebucht. Besonders auf den Kanarischen Inseln werde das Angebot knapp.

Kuoni will bis Sonntag alle verbliebenen Feriengäste aus Tunesien und Ägypten zurückholen. Aufgrund der unsicheren politischen Lage werden bis Ende März keine Flüge mehr in diese Länder angeboten.

Andere Unternehmen wie Tui-Schweiz bieten in reduziertem Ausmass weiterhin Ferien in Ägypten an. Die Lage in den Hotelanlagen am Roten Meer sei ruhig, es herrsche dort kein Chaos, wird von den Veranstaltern betont.