Schlimm sei es auch für Nobelrestaurants: "Dort bricht der Umsatz um die Hälfte ein." Geschäftsessen würden nicht nur aus Spargründen "geopfert", sondern auch, weil die Stimmung in der Gesellschaft sich verändert habe und "die Sitten" bescheidener würden. Während der Umsatz in der Hauptstadt um etwa ein Zehntel geschrumpft sei, habe er im Rest des Landes um 20 bis 50 Prozent nachgelassen.

Auch für die Ferienzeit im Sommer sieht die Synhorcat schwarz. Zwar würden die Leute nach wie in Frankreich Ferien machen. "Aber sie essen weniger im Restaurant."

Stattdessen würden sie immer mehr Essen zum Mitnehmen kaufen. "Die Strasse wird zum 'grössten Restaurant' Frankreichs", befürchtet der zweitgrösste Branchenverband - und mit der Krise werde dies noch schlimmer.

Die französische Regierung hatte unlängst nach einem jahrelangen Streit innerhalb der Europäischen Union erreicht, dass der Mehrwertsteuersatz in der Gastronomie gesenkt werden kann. Ab Januar kommenden Jahres soll er in Frankreich bei 5,5 statt bislang 19,6 Prozent liegen, so dass die Franzosen auf niedrigere Preise in Cafés und Restaurants hoffen können - und ihre Betreiber wieder auf mehr Gäste.