Da jedoch die Binnenwirtschaft weiter anziehe und auch die Aussichten am Bau gut seien, zeichne sich keine "konjunkturelle Richtungsänderung" ab. Mit Blick auf die Konfliktherde im Osten der Ukraine sowie in Libyen, Nahost und dem Irak spricht die Bundesbank von einer "Häufung ungünstiger Nachrichten aus dem internationalen Umfeld".

Dass die Industrie darunter leiden werde, zeichne sich bereits im "spürbar nachgebenden Auftragsfluss" ab. Auch die sinkenden Erwartungen an das Exportgeschäft seien ein schlechtes Omen.

Problemfeld Russland

"Dabei dürfte auch eine Rolle spielen, dass die verschärfte Sanktionspolitik gegenüber Russland und die Gegenmassnahmen der dortigen Regierung nicht ohne Wirkung auf den Aussenhandel bleiben werden", schreiben die Ökonomen der Bundesbank.

Auffällig sei allerdings, dass die Ausfuhren nach Russland bereits seit Anfang vorigen Jahres tendenziell rückläufig waren. "Offensichtlich haben sich die Rahmenbedingungen für einen prosperierenden Handel mit Russland nicht erst seit der Ukraine-Krise verschlechtert", folgern die Ökonomen.

Mit Blick auf das abgelaufene zweite Quartal geht die Bundesbank davon aus, dass die Investitionsausgaben der Firmen für neue Ausrüstungen wohl nicht ganz das Volumen der Wintermonate erreicht haben.

Der private Konsum dürfte hingegen im Frühjahr erneut zugelegt haben. Die Detailergebnisse zum zweiten Quartal, in dem die deutsche Wirtschaft nach vorläufigen Daten um 0,2 Prozent geschrumpft war, legt das Statistische Bundesamt am 1. September vor.