Die Exporte nahmen nominal um 2 Prozent auf 16,7 Mrd. Fr. zu. Arbeitstagsbereinigt - dieses Jahr hatte der Oktober einen Arbeitstag weniger als 2009 - belief sich das Wachstum sogar auf 7,8 Prozent, wie die Eidg. Zollverwaltung (EZV) am Donnerstag mitteilte.

In den ersten zehn Monaten des laufenden Jahres stiegen die Exporte nominal um 7 Prozent auf 160,3 Mrd. Franken. Von Januar bis Oktober 2010 zogen vor allem die Metall- und Uhrenindustrie den anderen Branchen davon.

Dies zeigte sich auch im Oktober: Die Uhrenbranche verkaufte allein in diesem Monat Waren im Wert von 1,6 Mrd. Fr. ins Ausland. Das ist eine Steigerung von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Stückzahl erhöhte sich um 17,9 Prozent auf 2,7 Millionen. Die Exportzahlen kommen damit wieder an das Vorkrisen-Niveau von 2007 heran.

Chemiesektor enttäuschte

Zu den wachstumsstärksten Branchen gehört auch die Metallindustrie. Sie schrieb ein kräftiges Plus von 13,5 Prozent. Die Maschinen- und Elektronikindustrie konnte um 8,7 Prozent zulegen.

Enttäuschend waren hingegen die Exportzahlen der Chemieindustrie (inklusive Pharmasektor): Sie bildete mit einem Minus von 6 Prozent überraschend das Schlusslicht aller Branchen.

Der Grund: Im letzten Oktober hatten die Pharmakonzerne von der Schweinegrippe profitiert. Diese trieb den Medikamenten-Export in die Höhe. In diesem Jahr habe es nichts vergleichbares gegeben, erklärte Matthias Pfammatter von der EZV.

Praktisch auf dem Vorjahresniveau blieb der Umsatz der Nahrungs- und Genussmittelindustrie (+0,3 Prozent). Zwar war Kaffee weiterhin sehr gefragt, dafür sank die Nachfrage nach Schweizer Tabakfabrikaten.

Absatzplus in Deutschland

Schweizer Güter waren nicht überall gleich gefragt: Die Exporte nach Asien nahmen um 9,3 Prozent zu. Praktisch zum Stillstand kamen dagegen die Ausfuhren in die EU (-0,2 Prozent). Ausnahme bildete Deutschland. Der wichtigste Handelspartner der Schweiz kaufte 9 Prozent mehr Schweizer Waren.