Die 8,3 Milliarden Dollar schwere Übernahme des US-Biotechnologieunternehmens Intermune durch den Basler Pharmakonzern Roche macht die Führung von Intermune reich.

Das zeigen die Recherchen der «Schweiz am Sonntag», gestützt auf ein Dokument der US-Börsenaufsicht SEC, das den Kaufvertrag zwischen Roche und Intermune detailliert erläutert. Demnach wird Verwaltungsratspräsident und Konzernchef Daniel Welch mit einem «Goldenen Fallschirm» von insgesamt 36,7 Millionen Dollar verabschiedet.

Insgesamt erhält die siebenköpfige Konzernleitung Abgangszahlungen von 105 Millionen Dollar. Aus dem Dokument der Börsenaufsicht geht hervor, dass Roche-Konzernchef Severin Schwan Intermune anfänglich 70 Dollar pro Aktie bot, jedoch sein Angebot auf 74 Dollar aufbesserte, nachdem durchgesickert war, dass die Konkurrentinnen Sanofi, Glaxo Smith Kline und Actelion ebenfalls mit Intermune über eine Übernahme verhandelten.

Die Erhöhung des Kaufpreises zahlt sich für die Intermune-Verwaltungsräte und -Konzernleitungsmitglieder aus. Denn nebst den Abgangsentschädigungen können sie beim Kontrollwechsel ihre Rechte an gesperrten und ungesperrten Aktien und Optionen geltend machen. Insgesamt erhalten sie 162,9 Millionen Dollar, falls sie ihre Rechte ausüben, darunter allein Daniel Welch 43,2 Millionen Dollar.