Wirtschaft

Über ein Drittel der Hotelbetriebe plant Kündigungen

Werden die Menschen in der Schweiz ihre Ferien im Winter erneut in der Schweiz verbringen? (Symbolbild)

Werden die Menschen in der Schweiz ihre Ferien im Winter erneut in der Schweiz verbringen? (Symbolbild)

Gemäss einer Umfrage des Branchenverbands Hotelleriesuisse kämpfen immer mehr Schweizer Hotels mit Liquiditätsproblemen. Derweil nehmen Buchungen von asiatischen Gästen jedoch wieder zu.

(gb.) Der Schweizer Hotelbranche geht es schlechter als im Sommer angenommen. Gemäss einer aktuellen Umfrage des Branchenverbands Hotelleriesuisse plagen 67 Prozent der Schweizer Hotelbetriebe Liquiditätsprobleme. Im Juni waren es noch 55 Prozent, wie einer Mitteilung des Branchenverbands vom Sonntag zu entnehmen ist. Über ein Drittel der Hotels plant, in den nächsten Monaten Kündigungen auszusprechen.

Auch das Risiko von Konkursen scheint derzeit höher als noch im Juni. In der Befragung vom Sommer gaben circa 3 Prozent der Hotelbetriebe an, mit einer Wahrscheinlichkeit von 60 Prozent oder höher Konkurs zu gehen. In der aktuellen Umfrage sind es 6 Prozent. Besonders betroffen davon sind die städtischen Gebiete. Alleine in Zürich und Genf könnten den Berechnungen von Hotelleriesuisse zufolge 142 Betriebe vom Konkurs bedroht sein.

Wichtigste Gästegruppe könnte bald zurückkehren

Obwohl viele Menschen in der Schweiz diesen Sommer im eigenen Land geblieben sind, fehlen laut Hotelleriesuisse die internationalen Gäste. Doch könnte es zumindest im asiatischen Markt zu einer leichten Erholung kommen. Wie Martin Nydegger, Chef von Tourismus Schweiz, am Sonntag in einem Interview mit der «SonntagsZeitung» sagt, nehmen Buchungen aus China, Hongkong und Taiwan zurzeit deutlich zu. «Wir sehen, dass Chinesen verstärkt wieder über Onlineplattformen und Veranstalter Reisen nach Europa buchen». Darunter falle auch die Schweiz.

Die Nachfrage aus dem asiatischen Markt stimmt Nydegger zwar zuversichtlich, doch auch er rechnet nicht mit einer grossen Erholung auf 2021. «Im nächsten Jahr müssen wir nochmals untendurch», so Nydegger. «Wir rechnen damit, dass die Gästezahl gegenüber 2019 bei 60 bis 70 Prozent liegen wird.» Auch Nydegger sieht dabei vor allem die städtischen Betriebe in Gefahr. «Die Städte werden weiterhin brutal schlechte Zahlen liefern. Aber für die klassischen Wintersportgebiete bin ich optimistisch.»

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