Konsumentenschutz

Über 20'000 Beschwerden und Anfragen: Was Schweizer Konsumenten am meisten ärgert

Zuoberst auf der Ärger-Hitliste 2018 der Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten: verzögerte Auslieferungen von Artikeln, die sie online bestellt und im Voraus bezahlt haben. (Archivbild)

Zuoberst auf der Ärger-Hitliste 2018 der Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten: verzögerte Auslieferungen von Artikeln, die sie online bestellt und im Voraus bezahlt haben. (Archivbild)

Lieferprobleme beim Onlineshopping, unfreiwillige Abowechsel der Swisscom und aggressive Telefonwerbung haben 2018 die Schweizer Konsumenten am meisten geärgert. Die Schweizer Konsumentenschützer bearbeiteten über 20'000 Beschwerden und Anfragen.

Das sind zwar massiv weniger als im Jahr 2017. Dieses war aber ausserordentlich wegen der unrechtmässig erhobenen Billag-Mehrwertsteuer und dem VW-Abgasskandal. Abzüglich dieser Beschwerden sei die Zahl der Klagen bis Ende November um vier Prozent gestiegen, teilte die Allianz der Konsumentenschutz-Organisationen am Montag mit.

Nummer 1 auf der Ärgerliste 2018 (6035 Fälle) waren Lieferverzögerungen, Mängel und Garantiefragen rund um abgeschlossene Konsumverträge. Diese machten 29 Prozent der Anfragen und Beschwerden aus. Vor allem, wer online einkauft und die Ware im Voraus bezahlt, beklagt in der Folge oft, dass das im Netz Erstandene nicht fristgerecht zuhause eintrifft.

17 Prozent der Ärgerfälle (3472 Fälle) betreffen die Telekom-Branche. Hier war der unfreiwillige Abowechsel der Swisscom der grosse "Renner". Auch ungerechtfertigte und nicht nachvollziehbare Roaming-Gebühren beschäftigen die Konsumentenschützer in diesem Bereich häufig.

Telefonmarketing und Konsumfallen

Mit 16 Prozent (3346 Fälle) ebenfalls noch auf dem Treppchen der grössten Konsumentenärgernisse lagen 2018 unlautere Geschäftspraktiken wie aggressives Telefonmarketing oder Konsumfallen bei Streamingdiensten im Internet.

Weiter folgen in der Ärger-Hitparade hohe Versicherungsprämien, teure Medikamente, undurchsichtige Arzt- und Spitalrechnungen, unerlaubte Inkassoforderungen und steigende, oft intransparente Kosten, welche die Banken für ihre Dienstleistungen verrechnen.

Insgesamt brach die Zahl der Ärgerfälle im Jahr 2018 allerdings dramatisch ein: mussten sich die Konsumentenschutz-Organistationen im Vorjahr noch mit über 48'000 Anfragen und Beschwerden herumschlagen, waren es 2018 gerade noch deren 20'500.

Grund für die starke Abnahme waren gemäss Mitteilung die zahlreichen Beschwerden, Anfragen und Meldungen im Zusammenhang mit der Rückforderung der unrechtmässig erhobenen Billag-Mehrwertsteuer sowie dem VW-Abgasskandal. Diese beiden Bereiche hatten 2017 rund 60 Prozent der Anfragen ausgemacht.

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