Libor-Skandal

UBS zahlt US-Staaten weitere 68 Millionen Dollar im Libor-Skandal

Der UBS-Bürositz in New York an der Park Avenue. (Archivbild)

Der UBS-Bürositz in New York an der Park Avenue. (Archivbild)

Die Schweizer Grossbank UBS hat laut Angaben von US-Behörden vom Freitag in eine Zahlung von 68 Millionen Dollar im Libor-Skandal eingewilligt. Die Bank will damit eine Untersuchung in mehreren Bundesstaaten zu ihrer Rolle bei der Manipulation des Zinssatzes beenden.

Am Libor und verwandten Referenzzinsätzen hängen Geschäfte in einem Volumen von Hunderten Milliarden Dollar, wodurch sich schon durch kleine Bewegungen hohe Gewinne erzielen lassen. Er wird für die Preisgestaltung etwa bei Kreditkarten bis hin zu Hypotheken verwendet.

Es handelt sich um die jüngste Einigung im Zusammenhang mit der Manipulation der London Interbank Offered Rate, wie der Libor offiziell genannt wird. Die UBS hatte den amerikanischen und europäischen Behörden bereits Geldbussen und Strafen in Höhe von mehr als 1,5 Milliarden Dollar gezahlt.

An der nun zuletzt laufenden Untersuchung waren Generalstaatsanwälte von 40 US-Bundesstaaten beteiligt. Diese hatten zuvor mit Geldinstituten wie Barclays, Deutsche Bank und CitiBank Vergleiche abgeschlossen und fast 500 Millionen Dollar erhalten.

"Unsere bundesstaatenübergreifende Untersuchung wird fortgesetzt, um die anderen Banken, die den Konsumenten in Connecticut und im ganzen Land geschadet haben, zur Rechenschaft zu ziehen", sagte Connecticuts Generalstaatsanwalt George Jepsen.

Das Büro der New Yorker Generalstaatsanwältin Barbara Underwood sagte, dass die UBS durch betrügerisches Verhalten ungerechtfertigte Gewinne in Millionenhöhe erzielt habe, während staatliche Stellen, die bei der Bank investierten, im Dunkeln gelassen worden seien. "Manipulatives oder betrügerisches Verhalten, das die Integrität unserer Finanzmärkte untergräbt, wird nicht toleriert", sagte Underwood.

Insgesamt sollen Händler von mindestens 16 internationalen Banken am Libor-Komplott beteiligt gewesen sein. Mehrere Geldhäuser hatten sich in der Vergangenheit bereits auf Milliardenvergleiche mit verschiedenen Aufsichtsbehörden in den USA und Europa geeinigt.

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