Wirtschaft

UBS-Umfrage: Firmen rechnen mit Erholung – und allenfalls noch besseren Zeiten

«Es darf keinen zweiten Lockdown geben», warnt UBS-Schweiz-Chef Axel P. Lehmann. Dann sieht er gute Aussichten für die Schweizer Wirtschaft.

«Es darf keinen zweiten Lockdown geben», warnt UBS-Schweiz-Chef Axel P. Lehmann. Dann sieht er gute Aussichten für die Schweizer Wirtschaft.

In einer Umfrage der UBS sagen mehr als zwei Drittel der befragten Schweizer Unternehmen, in drei Jahren erwarteten sie mehr – oder zumindest gleich viel – Umsatz wie vor der Coronakrise.

(sat) Dank relativ raschem und kraftvollem Eingreifen von Behörden und Nationalbank habe die Schweiz die erste Phase der Coronakrise «sehr gut gemeistert». Diese Zwischenbilanz zog Axel P. Lehmann, Chef der UBS Schweiz, am Donnerstag in einer Online-Medienkonferenz. In einer zweiten Phase gelte es nun, diese Erholung nachhaltig zu gestalten. Auch dafür zeigte sich der Schweiz-Chef der UBS zuversichtlich. «Der Glaube an die wirtschaftliche Erholung ist vorhanden», sagte Lehmann mit Verweis auf eine Umfrage bei 2500 Unternehmen in der Schweiz. Sei doch eine Prise Grundoptimismus eine Kernvoraussetzung, um am Ende sogar positiv aus dieser historischen Krise heraus zu kommen. «Dazu darf es nun aber keinen zweiten Lockdown geben», warnte der UBS-Schweiz-Chef.

Konkret rechnen 71 Prozent der befragten Unternehmen im übernächsten Jahr mit einem gleich hohen oder höheren Umsatz. Zudem rechneten bei der Ende Mai gestarteten Umfrage 87 Prozent der Unternehmen damit, dass sie 2022 gleich viele oder sogar mehr Mitarbeitende beschäftigen werden. Laut UBS treffen diese Antworten für alle Branchen und Regionen der Schweiz zu. Insbesondere die noch positiveren Einschätzungen zum Umsatz im Tessin und in der Genferseeregion stechen heraus. Beides Regionen, die von der Coronapandemie in der Schweiz besonders stark betroffen waren.

Interesse an Coronakrediten geht zurück

Studienleiter Alessandro Bee verwies darauf, dass die Antworten der Umfrage die bereits früher geäusserte UBS-Prognose einer «graduellen Normalisierung der Wirtschaft» stütze. Der UBS-Ökonom erwartet aber, dass eine allfällige zweite Schockwelle die Antworten ganz wesentlich verschlechtern würde. Bee zufolge wird die Auslastung der Wirtschaft allerdings auch in drei Jahren noch einzelne Lücken aufweisen.

Laut Daniel Kalt, Chefökonom der UBS Schweiz, stehen die Unternehmen nun in der Verantwortung, «den ‹Staffel-Stab› von Bund und Behörden zu übernehmen und mit Investitionen und Arbeitsplätzen die Erholung zu sichern». Ein Zeichen der Aufbruchstimmung sieht Axel P. Lehmann auch in der Tatsache, dass erste Unternehmen ihre Coronakredite zurückzahlen wollten und dass kaum noch Gesuche für Notkredite gestellt würden. Ob das Hilfsprogramm von Bund und Banken weitergeführt werden solle, wie dies verschiedentlich gefordert wird, sei ein politischer Entscheid. Als Banker sehe er «keine Notwendigkeit», so Axel P. Lehmann.

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