UBS-Verwaltungsratspräsident Kaspar Villiger erklärte an einer Veranstaltung am Donnerstag, dass es sich bei dem Betrugsfall "um einen sehr professionell gemanagten Einzelfall" handle. Dies berichtete die Tagesschau des Schweizer Fernsehens (SF).

Gegen Betrug sei man aber nicht gefeit. Der Sache werde nun auf den Grund gegangen. Er könne nicht verhehlen, dass er sehr enttäuscht von dem Vorfall sei, sagte der Alt Bundesrat an der Generalversammlung des Arbeitgeberverbands Basel, wo er als Gastreferent auftrat.

Kurz vor 9 Uhr platzte die Bombe

Drei Minuten vor dem Beginn des Börsenhandels in Zürich um 9 Uhr liess die UBS am Donnerstagmorgen die Bombe platzen: Die schätzungsweise 2 Mrd. Dollar (1,75 Mrd. Franken), die ein 31-jährige Händler in London in den Sand gesetzt hatte, bringen der UBS womöglich einen neuen Verlust im laufenden dritten Quartal. Wie gross dieser sein könnte, sagte die Bank nicht.

Die Bank hatte die Machenschaften des Finanzjongleurs am Mittwochnachmittag entdeckt. Am Donnerstag um 3.30 Uhr Ortszeit verhaftete die Londoner Polizei den Mann. Der gestrauchelte Glücksritter steht unter Betrugsverdacht und ist in Gewahrsam. 

UBS-Mitarbeiter verzockt zwei Milliarden Dollar

UBS-Mitarbeiter verzockt zwei Milliarden Dollar

Der Aktienkurs der UBS fiel sofort und lag zeitweise unter 10 Franken. So tief war der Kurs ausser Anfang August seit März 2009 nicht mehr. "Die Nachricht ist eine Katastrophe für die UBS", hiess es am Markt. Das Versagen der Risikokontrollen bei der UBS rücke auch die Bankführung um Konzernchef Oswald Grübel - selbst ein ehemaliger Händler - in ein schiefes Licht, hiess es.