Oswald Grübel

UBS-Chef Oswald Grübel verteidigt die Rekord-Boni der CS

UBS-Chef Oswald Grübel (Archiv)

UBS-Chef Oswald Grübel (Archiv)

70,9 Millionen Franken für CS-Chef Brady Dougan: Dieser Rekordbonus sorgt weltweit für Schlagzeilen. Jetzt äussert sich der angebliche «Erfinder» des Bonussystems in der Zeitung «Sonntag» erstmals: der heutige UBS- und damalige CS-Chef Oswald Grübel.

Im Interview sagt Grübel, nicht er selber habe das Bonusprogramm eingeführt: «Ich war nicht Verwaltungsrat und konnte also auch kein Entlöhnungsprogramm durchsetzen.» Grübel war CEO der Credit Suisse, als für 2004 und 2005 das umstrittene PIP-Bonusprogramm aufgesetzt wurde, welches diese Woche zur Ausschüttung von 3 Milliarden Franken Boni für 400 Top-Manager führt.

Grübel verteidigt das Bonusprogramm in aller Deutlichkeit: «Die Bank steckte 2003 in Schwierigkeiten, das Ziel war, sie wieder konkurrenzfähig zu machen, was auch gelungen ist. 2004 und 2005 erhielten die Verantwortlichen wenig Cash und bekamen durch dieses Bonusprogramm langfristige Erfolgsanreize - genau das, was ja heute überall gefordert wird», sagt Grübel und fährt fort: «Nun zahlt es sich für diejenigen Leute aus, welche die CS zu dem gemacht haben, was sie heute ist.»

Zu der horrenden Höhe der Boni sagt Grübel im «Sonntag»: «Das hängt eben mit der langfristigen Erfolgsorientierung dieses Programms zusammen. Vor wenigen Monaten wurde die CS noch als beste „Bank der Welt" gefeiert, jetzt ist offenbar wieder Selbstzerfleischung angesagt. In der heutigen, aufgeheizten Stimmung wird Erfolg oft unterschiedlich beurteilt.»

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