Kurznachrichten

Twitter will sich in Zukunft selbst zensurieren

Twitter-Symbol

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Twitter plant die Einführung länderspezifischer Filter, um in bestimmten Staaten Inhalte sperren können. Das kündigte der in San Francisco ansässige Kurznachrichtendienst in einem Blog-Eintrag an und bezog dafür ordentlich Prügel.

Der neue Filter wird laut Twitter sicherstellen, dass Nachrichten nur in jenen Ländern blockiert werden, in denen sie gegen Gesetze verstossen. Im Rest der Welt seien die Tweets weiterhin zu lesen. Als Beispiel nennt das Unternehmen Deutschland und Frankreich, in denen die Holocaust-Leugnung unter Strafe steht.

Bisher war es nur möglich, einzelne Nachrichten global zu löschen. Bei jeder Entfernung eines Eintrags will Twitter nun ähnlich wie der Suchmaschinenbetreiber Google einen Hinweis posten.

«Wir versuchen, Inhalte zu bewahren, wann und wo immer es uns möglich ist», erklärte das Unternehmen. «Und wenn es uns nicht möglich ist, werden wir transparent mit den Nutzern sein. Die Tweets müssen weiter fliessen.»Neue Unternehmenspolitik Twitter schockt Nutzer mit Selbstzensur-Ankündigung

«Das ist Zensur, da gibt es keine Ausrede»

Die Ankündigung kommt bei Twitter-Usern gar nicht gut an. Unter dem Hashtag #TwitterCensored hagelt es reihenweise Kritik. Zahlreiche User drohten damit, den Dienst zu verlassen.

«Das ist Zensur, da gibt es keine Ausrede», schreibt auch Jillian C. York von der Internet-Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation in einem Blogeintrag, schränkt aber ein: «Twitter steht eben nicht über dem Gesetz.» (rsn)

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