WEF 2018
Trump am WEF: "Amerika ist der Platz zum Geschäftemachen"

Auf diesen Auftritt hatte die WEF-Teilnehmer die ganze Woche gewartet: US-Präsident Donald Trump warb in seiner Rede in Davos mit Nachdruck für sein Land. "Nie war die Zeit besser, um einzustellen, zu wachsen und zu investieren", sagte er am Freitag.

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Trump schwebte auch vor seiner Ankunft in Davos über dem WEF-Jahrestreffen. Nun hielt er seine lange erwartete Rede - und machte wie erwartet Werbung für sein Land.

Trump schwebte auch vor seiner Ankunft in Davos über dem WEF-Jahrestreffen. Nun hielt er seine lange erwartete Rede - und machte wie erwartet Werbung für sein Land.

KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER

"Jetzt ist die perfekte Zeit, ihren Betrieb und ihre Investitionen in die Vereinigte Staaten zu bringen", sagte Trump vor mehreren Hundert Vertretern aus Politik und Wirtschaft im Publikum. "Amerika ist der Platz zum Geschäftemachen."

Sein Land hoffe auf eine Zukunft, in der es Wohlstand für alle gebe und jedes Kind ohne Gewalt, Armut und Angst aufwachsen könne. "Die USA streben eine Partnerschaft zum Bau einer besseren Welt an."

Trump beendet seine Rede in Davos
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Trump in Davos
Trump in Davos
Trumps Rede am WEF 2018
Trump in Davos
Trump in Davos
Trump in Davos
«America first» heisst nicht Amerika alleine
Trump in Davos
Trump lobt die US-Wirtschaftskraft.
Schwab lobt die Führungskraft von Trump und sieht ihn missverstanden.
Trump in Davos
Trump hört Schwabs lobende Einführung.
Schwab lobt die Führungskraft von Trump und sieht ihn missverstanden.
Abschlussrede von Donald Trump
Trump in Davos
Trump und Schwab
Donald Trump
Donald Trump und WEF-Gründer Klaus Schwab 2018

Trump beendet seine Rede in Davos

LAURENT GILLIERON

"Ich bin hier, um die Interessen des amerikanischen Volkes zu vertreten", sagte Trump. Seine Regierung werde die USA immer an erste Stelle setzen. Aber das bedeute nicht: "Amerika alleine".

Zuvor hatten zahlreiche Unternehmer, darunter Siemens-Chef Joe Kaeser, Trump für seine Steuerreform gelobt. Klaus Schwab, der Gründer des Weltwirtschaftsforums, schlug bei seiner Ansprache die gleichen Töne an: Die Steuerreform werde die Weltwirtschaft ankurbeln, sagte er an Trump gerichtet.

TPP-Teilnahme doch möglich

Trump schloss bei seinem Auftritt eine Rückkehr seines Landes zum Transpazifischen Handelsabkommen TPP nicht aus. Die USA würden über Freihandelsabkommen mit vielen Ländern nachdenken, darunter auch den TPP-Ländern.

"Vielleicht auch als Gruppe", fügte Trump an. Kanada und Japan hatten angekündigt, dass das Abkommen zwischen elf pazifischen Ländern im März unterzeichnet werden soll.

Trump kündigte allerdings auch eine harte Linie bei der Überwachung der Regeln für den Freihandel an. "Wir werden nicht länger wegsehen", sagte Trump. "Wir können keinen fairen und freien Handel haben, wenn einige Länder die Regeln brechen", sagte Trump.

Werbung für neues Migrationssystem

Zugleich warb er für ein neues System der Einwanderung in die Vereinigten Staaten. "Unser Einwanderungssystem steckt in der Vergangenheit fest", sagte Trump.

Er forderte eine Umstellung auf einen leistungsabhängigen Ansatz, wonach Menschen vor allem nach ihren Fähigkeiten ausgewählt würden. In den USA streiten regierende Republikaner und Demokraten, deren Mitwirkung an der Gesetzgebung nötig ist, derzeit heftig über neue Regeln zur Einwanderung.

Trump fordert weiter von den US-Verbündeten, Irans Weg zu einer Atomwaffe zu blockieren. Der US-Präsident hatte angekündigt, aus dem Nuklearabkommen mit dem Iran auszusteigen, wenn es nicht verschärft wird. Trump verlangt zudem erneut von den Partnern, mehr Geld in Verteidigungsausgaben zu stecken.

Buhrufe nach Medienschelte

Mit lauten Buhrufen reagierten Zuhörerinnen und Zuhörer auf heftige Angriffe Trumps auf die Medien. "Erst als ich Politiker wurde, habe ich bemerkt, wie fies und gemein, wie bösartig und wie 'fake' die Presse sein kann", sagte er.

Aus weiten Teilen des Publikums war daraufhin Protest zu hören. Trump ignorierte die Buhrufe und setzte seine Ausführungen fort.

Trump hat sich in seinem ersten Amtsjahr immer wieder vehement darüber beschwert, dass die sogenannten Mainstream-Medien angeblich falsch und unehrlich über ihn berichteten. Er verunglimpfte einzelne Medienhäuser und Journalisten auch wiederholt direkt, was grosse Sorgen um die Medienfreiheit auslöste.

Zwischendurch erntete der US-Präsident auch Lacher. Etwa als er bemerkte, unter einer demokratischen Führung wären die Aktienkurse sicherlich um knapp 50 Prozent gefallen. Unter ihm seien die Kurse aber um 50 Prozent gestiegen.

Zum Schluss seiner 15 Minuten und 50 Sekunden langen Rede war der Applaus der Wirtschafts- und Finanzelite in Davos aber spärlich.

US-Präsidenten in der Schweiz

Die Staatschefs der vier Grossmaechte treffen sich an der Genfer Viermaechte-Konferenz am 20. Juli 1955, von links nach rechts, der sowjetische Ministerpraesident Nikolai Bulganin, der amerikanische Praesident Dwight D. Eisenhower, der franzoesische Premierminister Edgar Faure und der britische Premierminister Anthony Eden.
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Der amerikanische Praesidenten Jimmy Carter, Mitte, und sein Aussenminister Cyrus Vance, Mitte rechts, werden am 9. Mai 1977 auf dem Flughafen von Genf-Cointrin empfangen. Carter wird in Genf mit dem syrischen Ministerpraesidenten Hafiz al-Assad zu Friedensverhandlungen im Nahostkonflikt zusammentreffen.
Ronald Reagan mit Michail Gorbatschow in Genf im November 1985
US-Präsident Bill Clinton (rechts) schüttelt Hafez al-Assaad, Präsident von Syrien bei einem Treffen in Genf die Hand.
Der amerikanische Praesident Bill Clinton, links, trifft Bundespraesident Adolf Ogi, rechts, am 29. Januar 2000 im Rahmen des World Economic Forum WEF im Hotel Belvedere in Davos.

Die Staatschefs der vier Grossmaechte treffen sich an der Genfer Viermaechte-Konferenz am 20. Juli 1955, von links nach rechts, der sowjetische Ministerpraesident Nikolai Bulganin, der amerikanische Praesident Dwight D. Eisenhower, der franzoesische Premierminister Edgar Faure und der britische Premierminister Anthony Eden.

Keystone