Güterverkehr

Trotz weniger Lastwagenfahrten bleibt beim Güterverkehr viel zu tun

Die Verlagerung des Güterverkehrs von der Strasse auf die Schiene ist und bleibt eine Herausforderung. Das Verlagerungsziel des Bundes liegt noch immer in weiter Ferne. (Themenbild)

Die Verlagerung des Güterverkehrs von der Strasse auf die Schiene ist und bleibt eine Herausforderung. Das Verlagerungsziel des Bundes liegt noch immer in weiter Ferne. (Themenbild)

Der Trend setzt sich fort: Immer weniger Lastwagen queren auf der Strasse die Schweizer Alpen, so auch im vergangenen Jahr. Vom gesetzlichen Ziel von maximal 650'000 Fahrten ist der Bund jedoch weit entfernt. Und auch auf der Schiene klappt nicht alles, wie es sollte.

2018 zählte das Bundesamt für Verkehr (BAV) noch 941'000 Lastwagenfahrten durch die Schweizer Alpen, wie die Behörde am Donnerstag mitteilte. Der alpenquerende Güterverkehr auf der Strasse hat sich damit seit Anfang Jahrtausend um ein Drittel reduziert - eine Folge der Einführung der Leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA).

Dabei erhöhte sich im vergangenen Jahr das Gewicht der transportierten Waren weiter. Gemäss den neusten Zahlen wurden 2 Prozent mehr, total 39,6 Millionen Tonnen, Güter transportiert. Der Anstieg wurde aber auf der Schiene abgewickelt. 2018 wurden so viele unbegleitete Container, Wechselbehälter und Sattelauflieger auf Zügen transportiert wie nie zuvor - insgesamt 19 Millionen Tonnen.

Bummelnde Güterzüge

Trotz den teils wirksamen Verlagerungsmassnahmen ist dem Bund nicht zum Jubeln zumute. So sei das Wachstum auf der Schiene 2018 ausschliesslich auf die Sondereffekte im Vorjahr zurückzuführen, als es im süddeutschen Rastatt sowie auf der Luino-Strecke zu Sperrungen kam.

Ebenfalls Kopfzerbrechen machen den Behörden Mängel bei der Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit der Güterzüge. Im zweiten Halbjahr erreichten demnach nur 44 Prozent der Bahntransporte ihr Ziel pünktlich. Drei von zehn Güterzügen hatten sogar eine Verspätung von über drei Stunden. Der Bund sieht als Hauptursachen Bauarbeiten mit Streckensperrungen, Umleitungen sowie Engpässe bei Lokführern und Rollmaterial bei einigen Unternehmen.

Verlagerung ins Ausland

Zudem: Das Verlagerungsziel von 650'000 Lastwagenfahrten, das zwei Jahre nach Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels hätte erreicht werden sollen, liegt noch immer in weiter Ferne. Der Bund sieht die Verantwortung dafür aber nicht nur bei sich. Es fehle in den Nachbarländern die politische Akzeptanz für eine Alpentransitbörse oder andere Kontingentssysteme, schreibt das BAV.

Das lässt sich auch aus den Zahlen ablesen, die das Ausland betreffen. So querten im vergangenen Jahr 7,4 Prozent mehr schwere Lastwagen oder Sattelschlepper den Brennerpass zwischen Österreich und Italien, auch die beiden französischen Alpenübergänge verzeichneten eine Zunahme. Die Verlagerung erfolgt also nicht nur von der Strasse auf die Schiene, sondern auch von der Schweiz in die Nachbarländer.

Bessere Luftqualität

Positiv dagegen erachtet der Bund die Tatsache, dass mehr Lastwagen mit saubereren Motoren unterwegs sind als früher. Das wirkt sich auf die Luftqualität an den meist befahrenen Transitachsen A2 und A13 aus.

Laut dem Bundesamt für Umwelt (Bafu) nimmt die Stickoxid- sowie die Russbelastung kontinuierlich ab. Wenn sich dieser Trend fortsetzt, könnte sich das bald auch positiv auf die teilweise immer noch zu hohe Stickstoffdioxidbelastung auswirken.

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