An der ausserordentlichen Delegiertenversammlung von Raiffeisen Schweiz in Brugg-Windisch haben die 163 anwesenden Delegierten der 246 Raiffeisenbanken den neuen Verwaltungsratspräsidenten gewählt. Die Ersatzwahlen standen im Vordergrund des Treffens. 

Der als Verwaltungsratspräsident nominierte Guy Lachappelle wurde von den Delegierten bestätigt. Dies teilte Raiffeisen heute Samstag mit. Er habe aufgrund seiner bisherigen Tätigkeiten als CEO und Konzernleitungsvorsitzender zweier Banken sowie seiner umfangreichen Erfahrung im Finanzbereich überzeugt, heisst es in einer Mitteilung der Bank.

Die Kritiker, die daran zweifelten, ob Lachappelle der richtige Mann für die angeschlagene Genossenschaftsbank ist, blieben bei der Wahl stumm. Lachappelles Rolle beim ASE-Betrugsskandal und verärgerte Kleinaktionäre bei der Übernahme der Bank Cler nagten an der Glaubwürdigkeit des Bankers aus Basel. Doch Lachappelle konnte die Delegierten überzeugen. er sei «mit überwältigendem Mehr» gewählt worden.

Guy Lachapelle neuer Verwaltungsrat bei Raiffeisen

Mit der Wahl sollen die turbulenten Zeiten rund um die Raiffeisen-Chefs Pierin Vincenz und Patrik Gisel ein Ende nehmen.

       

Lachappelle selbst freut sich über seine Wahl: «Ich werde meine Führungsaufgabe mit aller Konsequenz wahrnehmen und alles daransetzen, die Raiffeisen Gruppe in eine erfolgreiche Zukunft zu führen.»

Wie angekündigt sind die bisherigen Mitglieder Daniel Lüscher, Philippe Moeschinger und Urs Schneider aus dem Verwaltungsrat von Raiffeisen Schweiz zurückgetreten. Mit der Zuwahl der neuen Mitglieder Karin Valenzano Rossi, Andrej Golob, Thomas A. Müller und Dr. Beat Schwab ist der Verwaltungsrat komplett. 

Damit hätten die Delegierten «ein klares Votum für die Erneuerung abgegeben», schrieb Raiffeisen im Anschluss an die Versammlung.

Der neu neun Personen umfassende Verwaltungsrat umfasst damit keine Mitglieder aus der Ära des umstrittenen CEO Pierin Vincenz mehr.

Die Versammlung erteilte der Raiffeisen Schweiz zudem ein Mandat, die nächsten Schritte des Reformprogramms "Reform 21" in die Wege zu leiten. Dies sei ein "wichtiger Meilenstein für die Grossgenossenschaft", heisst es in der Mitteilung.

Genehmigt wurde zudem das überarbeitete Vergütungssystem von Raiffeisen Schweiz. An der letzten Delegiertenversammlung im Juni in Lugano hatte eine Lohnerhöhung für den Verwaltungsrat im Jahr 2017 für viele Diskussionen gesorgt. (sda/ast/zam)