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Trotz Gewinnsteigerung: Börse reagiert enttäuscht auf Zwischenergebnis der Novartis

Ob sich Novartis vom US-Geschäft trennen wird, liess Konzernchef Vasant Narasimhan offen.

Ob sich Novartis vom US-Geschäft trennen wird, liess Konzernchef Vasant Narasimhan offen.

Der Umsatz der Novartis wuchs im ersten Quartal um 10 Prozent auf 12,7 Milliarden Dollar. Das operative Ergebnis kletterte um 27 Prozent auf 2,4 Milliarden Dollar. Dennoch: Insbesondere neue Medikamente konnten die hohen Erwartungen der Börse nicht erfüllen.

Der gute Start ins neue Jahr ist nicht gut genug. Obwohl Novartis den Umsatz und Gewinn im ersten Quartal zweistellig steigern konnte, reagierte die Börse enttäuscht. So gaben die Aktien um 1,9 Prozent nach. Gerade bei neueren Produkten konnte der Basler Pharmakonzern die Erwartungen nicht erfüllen.

So ging etwa der Umsatz des Medikaments Cosentyx, das gegen Schuppenflechte eingesetzt wird, verglichen zum vierten Quartal zurück. Obwohl die Verschreibungen des Präparats zunahmen, drückten der Lagerabbau bei Spezialapotheken und höhere Rabatte auf den Absatz. Auch das neue Brustkrebsmedikament Kisqali verfehlte die Erwartungen der Finanzanalysten.

Schwierigkeiten bereitet nach wie vor die Generikasparte Sandoz. Probleme bestehen vor allem in den USA, wo sich der Preisdruck unvermindert fortgesetzt hat. Dies führte zu einem Umsatzrückgang im wichtigsten Absatzmarkt von 18 Prozent. Ob sich Novartis vom US-Geschäft trennen wird, liess Konzernchef Vasant Narasimhan offen.

Derweil erholt sich die Augenheilsparte Alcon weiter. Der Umsatz legte in Lokalwährungen um 7 Prozent auf 1,8 Milliarden Dollar zu. Zudem schrieb Alcon seit langem wieder Gewinn. Die strategische Überprüfung des Geschäfts geht weiter. Ein Entscheid ist jedoch erst in der ersten Hälfte des kommenden Jahres zu erwarten. Möglich ist etwa ein Verkauf oder ein Börsengang von Alcon. Insgesamt steigerte Novartis den Umsatz um 4 Prozent auf 12,7 Milliarden Dollar. Der Gewinn stieg um 22 Prozent auf 2 Milliarden Dollar.

Auf strategischer Ebene hat im ersten Quartal sicherlich der Kauf der US-Biotechfirma Avexis für Aufsehen gesorgt. Novartis erhält für 8,7 Milliarden Dollar Zugriff auf eine neuartige Gentherapie zur Behandlung einer seltenen Krankheit, die bei Neugeborenen zu einem Muskelschwund führt.

Erste Kontakte zwischen Novartis und Avexis fanden bereits im Dezember statt, wie Unterlagen zeigen, welche die beiden Firmen bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht haben. Intensiviert haben sich die Verhandlungen im Februar, kurz nachdem Narasimhan Konzernchef von Novartis wurde. Anfänglich boten die Basler 190 Dollar pro Aktie. Obwohl sich laut den Unterlagen eine ungenannte dritte Firma für Avexis interessierte, ging der Zuschlag schliesslich an Novartis. Der Pharmakonzern erhöhte den Preis um knapp 15 Prozent auf 218 Dollar pro Aktie.

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