Basel

Trotz der Wirtschaftsflaute erfolgreiche Rheinhäfen

Die Schweizerischen Rheinhäfen (SRH) haben das erste Jahr in dieser Form gut gemeistert. Einbussen ergaben sich im letzten Quartal. (Bild: Archiv)

Rheinhafen in Basel (Archiv)

Die Schweizerischen Rheinhäfen (SRH) haben das erste Jahr in dieser Form gut gemeistert. Einbussen ergaben sich im letzten Quartal. (Bild: Archiv)

Die Schweizerischen Rheinhäfen haben ihr erstes Geschäftsjahr erfolgreich abgeschlossen, obwohl sich ab Oktober in einzelnen Gütergruppen ein starker Nachfragerückgang einstellte.

Markus Vogt

Der Güterumschlag hat 2008 mit 7,2 Millionen Tonnen gegenüber dem Vorjahr um 1,5 Prozent zugenommen, und mit 7,6 Millionen Franken wurde das budgetierte Ergebnis erreicht, meldet die Direktion der Schweizerischen Rheinhäfen, wie die Firma seit der Fusion der Basler und Baselbieter Rheinhäfen heisst. Mit einem Gewinn von rund 7,6 Millionen Franken sind die Erwartungen der beiden Eignerkantone Basel-Stadt und Baselland erfüllt worden.

Das Gesamtergebnis ist gegenüber dem Vorjahr leicht besser ausgefallen. Wasserseitig wurden 7,2 Millionen Tonnen Güter gelöscht. Überdurchschnittlich dazu beigetragen haben die flüssigen Brennstoffe mit einem Plus von 8,1 Prozent; der grösste Zuwachs in diesem Bereich lag bei den Heizöl-Importen. Positiv war die Entwicklung auch bei den chemischen Erzeugnissen und den Baustoffen.

Rückläufig hingegen waren die Ergebnisse in den Segmenten Metallprodukte (-4,4 Prozent) und Containerverkehr (-11,4 Prozent). Der Containerumschlag erzielte aber trotz des Rückschlags mit 92 464 TEU das zweitbeste je erreichte Ergebnis. (Die Masseinheit TEU bedeutet: Twenty Foot Equivalent Unit, also Anzahl 20-Fuss-Container.)

Spuren hinterlassen hat die verschlechterte Wirtschaftslage auch in den Bereichen Trockengüter und Feste mineralische Brennstoffe. Bei den landwirtschaftlichen Erzeugnissen sowie den Nahrungs- und Futtermitteln mussten im vierten Quartal Einbussen hingenommen werden. In der Gütergruppe Holzschliff, Zellstoff und Chemische Produkte verblieben die Importe auf gleich hohem Niveau wie im Vorjahr. Geholfen haben der Rheinschifffahrt die mehrheitlich guten Wasserstände das ganze Jahr über (zum Teil überdurchschnittliche Abladetiefen).

Personenschifffahrt floriert

Ein gutes Jahr war 2008 auch für die Kabinen- und Ausflugsschifffahrt. An den Schiffsteigeranlagen in Basel legten 53 Saisonschiffe an. Insgesamt wurden berg- und talwärts 71 499 Passagiere befördert, das heisst 24,1 Prozent mehr als im Vorjahr (und damit ein Rekord). Während der Messe Baselworld lagen wie im Jahr zuvor 21 Hotelschiffe in Basel. Beim Ausflugsverkehr wurde das Vorjahresergebnis mit 58 031 Personen um 21,4 Prozent übertroffen; als sehr beliebt erwies sich besonders die Strecke Basel - Rheinfelden. Die Unterhaltungs- und Charterfahrten gingen um 7,2 Prozent zurück (42 067 Personen). Insgesamt wurden bei der Ausflugsschifffahrt 100 098 Personen gezählt, was einer Zunahme von 7,7 Prozent entspricht.

Die Auswirkungen der Finanzkrise hätten noch keinen relevanten Niederschlag gefunden, weshalb sich die Ertragsseite als stabil darstelle, stellen die Rheinhäfen fest. Aufgrund des stark gesunkenen Mineralölpreises ergaben sich höhere Mineralölumschläge in den Häfen, was sich wiederum positiv auf die Hafenabgaben niedergeschlagen hat. Seit Oktober ist der Transportmarkt in den Bereichen Container und Stahl/Metalle rückläufig, was sich auf die umschlagsabhängigen Hafenabgaben auswirkt. Das Budgetziel wurde auch auf der Aufwandseite erreicht. Im Durchschnitt standen 29,6 Festangestellte im Dienst der Rheinhäfen. Damit ergab sich ein Unternehmensgewinn von 7,6 Millionen Franken.

Strukturelle Veränderung

Angesichts der sich abzeichnenden strukturellen Veränderung im Gütermix (mehr Agrarprodukte, Container und Distributionslogistik, tendenziell weniger Steine/Kohle und Mineralölerzeugnisse) hat sich der Verwaltungsrat für eine Hafenentwicklungsstrategie ausgesprochen, welche unter anderem die Standortvorteile der einzelnen Hafenteile stärken und das Dienstleistungsangebot der Hafenwirtschaft gezielt ausbauen will.

Meistgesehen

Artboard 1