Trendsportart

Trendsportart Free-Ski und wie Skihersteller davon profitieren

Snowboardfahren war gestern. Die neue Trendsportart im Winter heisst: Free-Ski. Wintersportorte und Skihersteller haben sich längst auf die neue Sportart eingestellt - mit schlagenden Erfolg.

Während den Weihnachtsferien auf der Lenzerheide kamen die «normalen» Ski- und Snowboardfahrer aus dem Staunen nicht heraus. Der Grund: In speziell eingerichteten Pistenabschnitten holten Touristen mit «extra breiten» Skis Anlauf, rasten mit hohem Tempo auf eine 50 Zentimeter hohe Schanze zu und liessen sich von dieser in die Luft katapultieren (siehe Video).

Einmal in der Luft gelang es den Skifahrern zudem sich um die eigene Achse zu drehen oder ein Looping zu vollziehen. Keine Frage: Die Trendsportart «Freeski» hat sich in den Schweizer Wintersportorten durchgesetzt - so auch in der Lenzerheide.

Funpark kostet die Lenzerheide eine Million

Auf dem Gebiet des «Stätzerhorn» haben die Lenzerheide Bergbahnen vor vier Jahren den «Ride and Fun-Park» für Snowboarder und vor allem für Free-Ski-Fans konstruiert. Wie die Verantwortlichen auf Anfrage erklären, hat die Anlage bisher über eine Million Franken gekostet.

Wie viele Free-Skier täglich durch die Anlage brettern, können die Lenzerheide Bergbahnen nicht beziffern. Recherchen der az zeigen jedoch: Bei idealen Witterungsbedingungen verzeichnen die grösseren Fun-Parks in der Saison 2008/2009 laut dem Deutschen Schneeparkhersteller «Schneestern» bis zu 8000 Durchfahrten pro Tag. «Wir gehen davon aus, dass sich diese Zahl in den kommenden Jahren um 30 Prozent erhöhen wird», sagt Dirk Scheumann, Geschäftsführer von Schneestern. Angesichts der reinen Baukosten von 60000 bis 100000 Euro – eine lohnende Investition. Das sehen die Lenzerheide Bergbahnen genauso. «Wir haben die Anlage gebaut, weil es ein enormes Bedürfnis war. Inzwischen hat sich diese Investition ausgezahlt».

Schneestern will in der Schweiz weitere Anlagen bauen

Angesichts dieser Entwicklung will Scheumann mit seiner Firma vom Boom profitieren. «Wir haben schon die Fun-Anlage in Leukerbad und Davos gebaut. Nun möchten wir auf kommende Saison hin in der Schweiz stärker Fuss fassen». Zu diesem Zweck plant Schneestern eine Vertretung in der Schweiz zu eröffnen. Ziel dieser Zweigstelle: Neue Aufträge.

Während sich die Wintersportorte allmählich auf die Trendsportart Free-Ski eingestellt haben, sind die Skihersteller längst auf diesen «Schnellzug» aufgesprungen.

Hier fliegt Freeskier Jonas Hunziker durch die Lüfte

So amüsieren sich die Free-Ski-Fahrer auf den Fun-Parks

Wie Marketingleiter Richard Bauz von Völkl Schweiz im Gespräch mit der az bestätigt, war das Free-Ski-Sortiment diesen Winter regelmässig ausverkauft. Die Folge: Die Sportartikelläden mussten ständig Nachbestellungen in Auftrag geben. Dabei habe in erster Linie die Freeride-Sparte (siehe Box) eine enorme Wachstumsdynamik entwickelt. Bauz spricht davon, dass vor allem Snowboardfahrer auf die Free-Ski umstellen. Ausserdem sei das Zielpublikum zwischen 18 bis 35 Jahre alt.

Wachstumspotential von bis zu 40 Prozent

Derweil ist Bauz überzeugt, dass der Free-Ski-Bereich in den nächsten Jahren wie in der Vergangenheit um bis zu 40 Prozent pro Jahr wachsen wird.

Bei Salomon sind die Verantwortlichen vorsichtiger. «Bei einem jährlichen Gesamtumsatz von 315000 verkauften Skis, beträgt der Marktanteil bei Free-Ski 15 Prozent», sagt Oliver Müller von Salomon. Aber auch der Salomon-Marketingleiter sieht das Potential der Trendsportart: «Langfristig könne der Free-Ski-Bereich bis zu 30 Prozent des Gesamtmarktes ausmachen.

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