6. IV-Revision

Travail.Suisse: Firmen sollen Behinderte anstellen müssen

Ein sehbehinderter Informatiker an seinem Arbeitsplatz (Symbolbild, Archiv)

Ein sehbehinderter Informatiker an seinem Arbeitsplatz (Symbolbild, Archiv)

Firmen in der Schweiz sollen dazu verpflichtet werden, Behinderte anzustellen. Tun sie dies nicht, müssen sie eine Abgabe bezahlen. Der Gewerkschaftsdachverband Travail.Suisse hat am Montag sein Modell für die 6. Revision der Invalidenversicherung vorgestellt.

Demnach sollen Betriebe ab einer Grösse von zehn Mitarbeitern 2,5 Prozent der Stellen für Behinderte reservieren. Umgerechnet auf eine Betriebsgrösse mit 200 Vollzeitstellen ergibt dies eine Quote von fünf Vollzeitstellen für Behinderte, ein Unternehmen mit 40 Stellen müsste mindestens einen Arbeitsplatz anbieten.

Ausgenommen von der Regelung bleiben im Modell von Travail.Suisse Betriebe mit weniger als 10 Vollzeitstellen - in der Schweiz mit vielen KMU sind das 87 Prozent der Firmen.

Abgestuftes Abgabesystem

Wer der Einstellungspflicht nicht nachkommt, soll eine grössenabhängige Abgabe entrichten, erklärte Matthias Kuert Killer, Leiter Sozialpolitik bei Travail.Suisse, vor den Medien in Bern. Von 10 bis 49 Vollzeitstellen würde ein Viertel einer minimalen IV-Rente - 285 Franken im Monat - fällig.

Damit trägt das Modell den Problemen dieser kleineren Firmen Rechnung, die sie mit der Anstellung von Behinderten haben könnten. Für Unternehmen mit bis zu 250 Vollzeitställen läge der Satz bei einer halben IV-Rente oder 570 Franken pro nicht gewährtem Arbeitsplatz.

Grosse Unternehmen mit mehr als 250 Stellen müssten eine volle Minimalrente zahlen oder 1140 Franken. Ein Unternehmen mit 320 Vollzeitstellen soll demnach für die nicht angebotenen 8 Stellen für teilleistungsfähige Menschen 9120 Franken pro Monat zahlen.

Die Beschäftigungspflicht würde gemäss den Berechnungen von Travail.Suisse Arbeitsplätze für rund 100'000 IV-Bezügerinnen und -Bezüger reservieren.

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