Erdölindustrie

Transocean stellt nach Öldesaster vorsorglich 1 Mrd. Dollar zurück

Das Transocean-Logo in Zug (Archiv)

Das Transocean-Logo in Zug (Archiv)

Ein sehr hoher Abschreiber auf dem Firmenwert stürzt den Ölbohrkonzern Transocean tiefer in die roten Zahlen. Für das vierte Quartal 2011 muss das historisch in den USA verankerte Unternehmen, das an der Schweizer Börse kotiert ist, einen Verlust von 6,12 Mrd. Dollar hinnehmen.

Schon im Schlussquartal 2010 musste der Konzern ein Minus von 799 Mio. Dollar ausweisen. Dass jetzt ein Abschreiber auf dem Firmenwert (Goodwill) erfolge, hat Transocean schon vergangene Woche angekündigt. Am Montag nun bezifferte das Unternehmen den Abschreiber auf 5,2 Mrd. Dollar.

Dazu kommt, dass Transocean 1 Mrd. Dollar für das Unglück auf der Ölförderplattform "Deepwater Horizon" zurückstellt, in dessen Folge im Sommer 2010 den Golf von Mexiko und die Küste des US-Staates Louisiana verpestet wurden. Je nach dem, wie Gerichte über die Folgen des Desasters entscheiden, könnte sich dieser Betrag aber noch verändern, teilte der Konzern mit.

Die Transocean-Bohrplattform "Deepwater Horizon", auf welcher der britische BP-Konzern Öl förderte, explodierte am 20. April 2010. Dabei kamen elf Arbeiter ums Leben. Der Ausfluss von Öl konnte erst im Juli 2010 gestoppt werden.

Ausser Transocean sind auch BP und der Fördertechnikdienstleister Halliburton im Visier der Justiz. Der Beginn des Prozesses ist am Montag aber um eine Woche verschoben worden. Analysten halten es für möglich, dass sich die Konzerne für ihre Mitverantwortung am Unglück aussergerichtlich einigen werden.

Der Umsatz des Konzerns stieg zwischen Oktober und Dezember um acht Prozent auf 2,42 Mrd. Dollar. Transocean ist ein Unternehmen mit Wurzeln in den USA, das vor einiger Zeit seinen Sitz in die Schweiz verlegt hat und heute eine Aktiengesellschaft nach Schweizer Recht ist.

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