Ölpest

Transocean reicht bei US-Justiz Eingabe gegen BP ein

Die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko beschäftigt nun die Gerichte (Archiv)

Die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko beschäftigt nun die Gerichte (Archiv)

Der Tiefsee-Ölbohrkonzern Transocean hat bei einem US-Gericht in Louisiana eine Eingabe eingereicht, wonach BP verpflichtet werden soll, die vertraglichen Verpflichtungen gegenüber Transocean nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko im Jahr 2010 einzuhalten.

Wie der im Kanton Zug ansässige und an der Schweizer Börse kotierte Konzern am Dienstag mitteilte, verlangt er von BP Entschädigungen nach dem Bohrinselunglück. Das sei im Vertrag den Transocean mit BP über den Betrieb der Bohrinsel "Deepwater Horizon" in industriespezifischen Standard-Klauseln festgehalten. BP sei demnach alleine verantwortlich für die immensen Schäden.

Trotz der "klaren vertraglichen Zusicherungen" habe BP es versäumt, die Abmachungen zu erfüllen. In einer ersten Reaktion weist BP die Vorwürfe zurück und wirft Transocean vor, einmal mehr die eigenen Interessen vor jene der Golfregion zu stellen. Zudem wolle Transocean die eigene Rolle im Deepwater-Horizon-Unfall verschleiern, schrieb der Erdölkonzern am Dienstagabend in einer Mitteilung.

BP hatte im April den Anlagen-Betreiber Transocean und den US-Dienstleister Halliburton auf jeweils mehr als 40 Mrd. Dollar Schadenersatz verklagt. Der US-Konzern Halliburton war für die Bohrloch-Betonierung zuständig.

Der Ölkonzern BP streitet sich mit beiden Unternehmen vor Gericht über die Verantwortlichkeiten in der grössten Ölkatastrophe in der Geschichte der USA. Gemäss einer staatlichen Untersuchung führten schlechtes Management und Fehler bei der Betonierung des Bohrlochs durch BP und andere beteiligte Firmen zur Ölpest. Bei der Explosion der Bohrplattform waren elf Menschen ums Leben gekommen.

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