Autosalon Genf

Träume aus Blech und viel viel PS sind noch lange nicht tot

Der Porsche 911 R ist der leichteste aus der 911er-Familie.ho

Der Porsche 911 R ist der leichteste aus der 911er-Familie.ho

Die automobile Zukunft wird Veränderungen bringen - vor allem im Bereich Elektroautos. PS-starke Autos sind dennoch keine Auslaufmodelle.

Wer 2,4 Millionen Euro für ein Auto bezahlt, der will vor allem eines: Superlative. Und die liefert der neue Bugatti Chiron zuhauf: 1500 PS, 1600 Nm, 420 km/h Höchstgeschwindigkeit und von 0 bis 200 km/h in sagenhaften 6,5 Sekunden. Damit scheint die nobelste Marke des VW-Konzerns den Geschmack der anvisierten Kundschaft zu treffen, schon ein Drittel der geplanten 500 Stück ist ausverkauft.

Der Chiron reizt die Grenzen der Physik aus – 60 000 Liter Luft gehen bei Volllast pro Minute durch den Motor. Mit 16 Zylindern, acht Litern Hubraum und vier Turboladern übernimmt er das Grundkonzept vom Vorgänger, dem Veyron. Neu ist hingegen die Abstimmung der Lader: Bei geringer Drehzahl arbeiten nur zwei, bei ca. 3800 U/min schalten sich die zwei weiteren Lader zu. Die Kraft gelangt per Doppelkupplungsgetriebe und Allrad auf die Strasse – genau wie schon beim Veyron.

Der Bugatti Chiron in Aktion.

Der Bugatti Chiron in Aktion.

Eine ganz andere Auffassung vom Thema Sportwagen hat man bei Porsche, wo der 911 R am Stand steht. Im Vorfeld wurde im Internet eifrig spekuliert, was den puristischsten Elfer ausmachen könnte. Nun herrscht Klarheit: Der 4-Liter-Motor stammt aus dem 911 GT3 RS und leistet 500 PS. Allerdings schickt er seine Kraft hier über ein 6-Gang-Schaltgetriebe an die Hinterräder. Mit knapp 1300 kg Leergewicht ist der «R» der momentan leichteste 911. Das Portemonnaie erleichtert der Stuttgarter um über 200 000 Franken, wenn man denn einen ergattern kann. Dass der neu gezeigte 911 R noch nicht über die aktuelle Leuchtengrafik der neuesten 911-Generation verfügt, ist bei so viel Fahrspass-Potenzial Nebensache.

Nur eine Tonne schwer

Sportliche Leichtigkeit verordnet sich für die Zukunft auch Opel. Ob und in welcher Form das GT Concept je gebaut wird, weiss man in Rüsselsheim zwar noch nicht. Doch das freche kleine Sportcoupé macht auf jeden Fall Lust auf mehr. Denn: Es geht hier nicht um Superlative technischer Natur. Der GT macht vor allem Lust auf Fahrspass. Und dafür soll ein kleiner Dreizylinder mit nur einem Liter Hubraum reichen. Denn die 145 PS treffen auf weniger als 1000 kg Leergewicht. Das soll für 215 km/h Höchstgeschwindigkeit reichen und den Sprint von 0 bis 100 km/h in weniger als acht Sekunden möglich machen. Der kleine Motor kann weit hinten platziert werden und wird zum Front-Mittelmotor. Zudem bleibt auch mehr Platz für die Türöffnung, was das Einsteigen erleichtert. Im Cockpit setzt sich das futuristische Ambiente fort. Die Aussenspiegel wurden durch Monitore ersetzt, die Seitenscheiben lassen sich nicht öffnen, was Platz und Gewicht spart.

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Konsequente Designersprache

Vernünftiger geht es da schon bei Renault zu. Die Franzosen zeigen unter anderem den neuen Scénic, der noch dieses Jahr auf unsere Strassen rollt. Der Van setzt die neue Designsprache, die Renault mit Espace, Kadjar und Mégane erfolgreich lanciert hat, konsequent fort. Die zweifarbige Lackierung und die 20-Zoll-Felgen sind in dieser Klasse einmalig und lassen den Franzosen richtig bullig wirken. Er ist länger, breiter und höher als sein Vorgänger und bietet bis zu 572 Liter Ladevolumen. Das Interieur wird auch beim Scénic vom grossen Touchscreen in der Mittelkonsole dominiert. Für viel Licht im Innenraum sorgt das Panoramadach, das direkt an die Windschutzscheibe anschliesst.

Nebst einem breiten Angebot an Fahrassistenzsystemen soll der Familienvan auch mit sparsamen Motoren überzeugen: Sogar ein Diesel-Hybrid ist geplant. Gegen Ende des Jahres soll zudem noch der Grand Scénic folgen. Er bietet sieben Sitze und noch mehr Platz.

Viel Platz hat auch bei Volvo Traditon – erst recht, wenn es sich um einen Kombi handelt. Insofern tritt der neue V90 in grosse Fussstapfen. Der V90 basiert auf derselben modularen Plattform wie der XC90 und die S90 Limousine. Die Front mit grossem Grill und prägnanter LED-Signatur ist identisch zur Limousine. Am Heck prangen die markentypisch hochgezogenen Rückleuchten. Das steil aufgestellte Heck soll für viel Laderaum sorgen. Unter der Haube sorgen die bekannten Motoren mit ausschliesslich vier Zylindern für Vortrieb. Bis zu 320 PS sind es beim Benziner, maximal 235 beim Diesel. Hinzu kommt natürlich noch die Topmotorisierung mit Plug-in-Hybrid-Technik. Rein elektrisch sind so bis zu 50 Kilometer möglich, arbeiten der Benziner und die E-Maschine zusammen, kommen bis zu 400 PS an alle vier Räder. Aber wer mindestens 52 500 Franken für einen Volvo-Kombi ausgibt, der will wohl vor allem einen Superlativ: Möglichst viel Laderaum. 1526 Liter sind es beim V90.

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