Tierversuche

Tierschützer fordern Umsetzung der OECD-Richtlinien in der Schweiz

Für die Prüfung von Chemikalien sind laut der OECD weniger Tierversuche nötig als bisher (Symbolbild)

Für die Prüfung von Chemikalien sind laut der OECD weniger Tierversuche nötig als bisher (Symbolbild)

Die OECD hat eine neue Richtlinie zur Prüfung von Chemikalien anerkannt. Dadurch sind weniger Tierversuche nötig als bisher. Die Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner (AGSTG) fordert den Bundesrat auf, die Richtlinie möglichst schnell umzusetzen.

In der Schweiz müssten nun die entsprechenden Tierversuche verboten werden, schreibt die AGSTG in einer Mitteilung vom Donnerstag. Der zuständige Bundesrat Johann Schneider-Amman erhalte nächstens einen Brief mit den entsprechenden Forderungen, sagte AGSTG-Geschäftsführer Andreas Item auf Anfrage.

Die Überprüfung möglicher schädlicher Wirkungen von Chemikalien auf Menschen ist international vorgeschrieben. Dabei gibt die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) Richtlinien zur gegenseitigen Anerkennung von Testmethoden vor.

Kein Mehr-Generationen-Test mehr

Die neue Testvorschrift, die eine Reduktion der Tierversuche bei Chemikalien-Tests bringt, wurde Ende Juli auf der Webseite der OECD aufgeschaltet. Demnach müssen Chemikalien nicht mehr an mehreren Generationen von Tieren getestet werden.

Nach Angaben der Tierschützer von AGSTG werden beim Testen einer chemischen Substanz bis zu 2600 Tierversuche durchgeführt. Viele Tiere würden für die sogenannte Zwei-Generationen-Studie gebraucht. Dabei werde den Tieren während der Trächtigkeit und Säugezeit die zu testende chemische Substanz in den Magen gepumpt.

Sind die Jungen später selbst trächtig, werden sie auf dieselbe Weise getestet, wie die AGSTG schreibt. Durch die neue Richtlinie könne die Anzahl Versuche um rund 1400 reduziert werden, schätzt sie.

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