Videos aus Ungarn  schockieren in diesen Tagen zahlreiche Betrachter. Tierschützer haben sie bei Transporten von Truthähnen gemacht. Sie zeigen, wie Tiere, die von Zuchten in Ungarn nach Deutschland gebracht werden, brutal angepackt werden, wie SRF in der Sendung «10vor10» berichtete.

Die grossen Vögel werden wie Säcke geworden, geschlagen, getreten und grob in den Transporter gezwängt. 

Das Ziel der Transporte ist die Süddeutsche Truthahn AG «Sütag». Dort werden die Truthähne geschlachtet. 

«Noch billiger produzieren»

«Bei diesem Betrieb wird gerne mit Regionalität geworben», sagt Friedricht Mülln, Gründer des Tierschutzvereins SOKO, gegenüber ZDF. «In Wirklichkeit hat er in inzwischen ein riesiges Netzwerk von 700 Zuliefer-Betrieben geschaffen. Die meisten davon sind in Süddeutschland und Österreich, aber auch in Ungarn und Tschechien.» Das hat laut dem Tierschützer folgenden Grund: «Da kann man noch billiger produzieren und das Ganze noch mehr ans Limit treiben.»

Der Skandal betrifft auch die Schweiz, denn: Die Firma «Sütag» ist 2016 von der Coop-Tochter Bell übernommen worden. 

Bell und Coop haben sich zu den Missständen geäussert. «Bis zur Klärung (...) wurde der betroffene Betrieb in Ungarn gesperrt», heisst es in der Stellungnahme von Bell. Coop beteuert, kein Fleisch des betroffenen Betriebes verkauft zu haben. (CHM/SRF)