Texaid

Texaid wehrt sich mit einer Übernahme

Texaid wehrt sich mit einer Übernahme gegen die ausländische Konkurrenz.

Texaid wehrt sich mit einer Übernahme gegen die ausländische Konkurrenz.

Der Grösster Schweizer Altkleidersammler Texaid reagiert auf die Konkurrenz aus dem Ausland im Bereich des Textil-Recycling mit einer Übernahme.

Bisher sind sie Konkurrenten, ab dem neuen Jahr wollen sie eng zusammenarbeiten. «Die Übernahme der privat gehaltenen Contex Textil- und Schuhrecycling war ein längerer Prozess», sagt Texaid-Sprecherin Lilly Sulzbacher.

Man habe gesehen, dass man im internationalen Geschäft des Textil-Recyclings wohl zu klein sei und deshalb wolle man sich als Nummer eins und zwei zusammenschliessen.

Die Schweiz sei schon länger zu klein für die gesammelten Mengen an Altkleidern und mittlerweile drängen auch deutsche Grossanbieter in die Schweiz. Das sei sicher mit ein Grund gewesen, illustriert Sulzbacher. Das Geschäft sei mittlerweile ein «weltweiten Markt» und funktioniere ganz ähnlich wie ein herkömmlicher Handel.

Sortiert wird in Osteuropa

Texaid sammelte im vergangenen Jahr gut 21000 von schweizweit total 45000 Tonnen Altkleidern, Contex kam auf 12000 Tonnen. Schon jetzt kann das Texaid-Sortierwerk in Schattdorf nur gut ein Drittel der anfallenden Mengen fertig sortieren, meist wird nur der Abfall ausgesondert.

Der grössere Teil wird in Ungarn oder Bulgarien nach verschiedenen Qualitäten getrennt und oft auch gleich in Osteuropa verkauft. Dabei variieren auch die Preise stark: zwischen 1 und 20 Franken pro Kilo. Insgesamt resultierte bei Texaid ein Umsatz von 23,5 Millionen Franken, Contex kommt auf knapp die Hälfte.

Ab dem nächsten Jahr werden nun die Sammelrouten zusammengelegt und die Ware der Contex-Container landet ebenfalls zunächst in Schattdorf.

Es gibt neue Jobs

«Wir brauchen dazu weiteres Personal und wollen künftig auch den Transport selber übernehmen», sagt die Texaid-Sprecherin. Deshalb erwartet sie, dass zu den 100 rund zehn zusätzliche Stellen hinzukommen. Dazu übernehme man die fünf Angestellten der Contex.

Die Gründer der privaten Firma, Hans Rudolf Benjamin und Urs Fischer, ziehen sich auf Ende Jahr aus dem operativen Geschäft zurück. Sie werden noch als Berater zur Verfügung stehen.

Contex war bisher in privaten Händen, doch mit den Sammelcontainern auf öffentlichem Grund schon immer verpflichtet, gemeinnützige Organisationen zu unterstützen. So erhielten beispielsweise Terre des hommes Kinderhilfe, der schweizerische Invaliden-Verband procab und andere in den vergangenen Jahren rund 1,5 Millionen Franken.

Die Texaid gehört sechs grossen Schweizer Hilfswerken und zahlt diesen pro Jahr rund 2,7 Millionen Franken aus. Man übernehme sämtliche Verträge mit den Hilfswerken und wolle diese wenn möglich auch weiterführen, heisst es dazu.

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