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Tessiner Unternehmer Gian-Luca Lardi präsidiert Baumeisterverband

Neuer SBV-Präsident: Bauunternehmer Gian-Luca Lardi (Bild: SBV)

Neuer SBV-Präsident: Bauunternehmer Gian-Luca Lardi (Bild: SBV)

Der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) hat einen neuen Zentralpräsidenten. Die Delegierten wählten den Tessiner Bauunternehmer Gian-Luca Lardi an der Generalversammlung als Nachfolger für Werner Messmer.

Der ehemalige Thurgauer FDP-Nationalrat hatte den Verband während mehr als 11 Jahren geführt. Der 44-jährige Lardi ist seit fünf Jahren SBV-Delegierter und leitet die CSC Bauunternehmung in Lugano, wie der Verband am Freitag mitteilte. An seinem Wohnort Rovio politisiert er als FDP-Vertreter im Dorfparlament.

Als Zentralpräsident will Lardi klare Prioritäten setzten. Eine Hauptaufgabe sei es, die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen der Branche zu verbessern, sagte er laut Communiqué bei seiner Wahl in der Bodensee-Arena in Kreuzlingen.

Das sei im Interesse der ganzen Schweiz und insbesondere der wirtschaftlich schwachen Randregionen. Denn das Baugewerbe schaffe - im Vergleich zu anderen Branchen - viele Arbeitsplätze auch in den abgelegenen Regionen, sagte der gebürtige Puschlaver.

Als weiteren Schwerpunkt sieht Lardi die Verhandlungen für die Erneuerung eines Gesamtarbeitsvertrages für das Bauhauptgewerbe. Der Verband sei schon immer zu dem vorbildlichen sogenannten Landesmantelvertrag (LMV) gestanden.

Mindestlohnforderungen bereits erfüllt

Zur Zeit mache es aber wenig Sinn, den Fokus auf den Ausbau der Leistungen zu richten. Denn zuerst müsse ein flächendeckender und effektiver Vollzug des bestehenden LMV garantiert werden.

Lardi wies darauf hin, dass die Mindestlöhne in der Baubranche heute schon wesentlich über der jüngst an der Urne verworfenen Mindestlohnforderung der Gewerkschaften von 4000 Franken pro Monat liegen.

Der Mindestlohn für einen ungelernten Arbeiter betrage heute 4600 Franken. "Ich wäre überrascht, wenn die Löhne ein Problem darstellen würden", sagte er zu den anstehenden Verhandlungen mit den Gewerkschaften.

Messmer: Lardi muss in den Nationalrat

Der abtretende Messmer sass für die FDP von 1999 bis 2011 im Nationalrat. In Kreuzlingen forderte er seinen Parteikollegen Lardi nun auf, dies ihm gleich zu tun. Lardi sagte danach auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda, er stehe einer Kandidatur als Tessiner FDP-Nationalrat grundsätzlich offen gegenüber. Denn politischer Einfluss sei für den Verband entscheidend.

Sein Vorgänger hatte dies bei seiner Rede laut Communiqué ebenfalls betont: "Die Arbeit des Baumeisterverbandes muss noch politischer werden", sagte Messmer.

Dies könne aber durchaus auch "unabhängig von bürgerlichen Parteien" geschehen, sagte der FDP-Politiker aus Kradolf. "Wir müssen nach Verbündeten suchen, uns mit anderen Verbänden absprechen und uns im Schoss unserer Dachverbände als verlässliche und glaubwürdige Mitglieder einbringen."

Davon erhofft er sich ein gemeinsamer Kampf gegen die Bürokratie. "Wir sind daran, mit zunehmender Überregulierung unsere liberale Wirtschaftsordnung kaputt zu machen", sagte Messmer. Das sei eine grosse Belastung für die Baufirmen.

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