Am Donnerstag gegen 20 Uhr riss die Wolkendecke auf und die Temperaturen fielen schnell unter Null. Die Obstbauern nahmen Sprinkleranlagen in Betrieb, wie Jacques Rossier, Leiter der Fachstelle Obstbau im Wallis, der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Freitag sagte. Dabei werden die Blüten mit einer hauchdünnen Eisschicht isoliert und so vor dem Erfrieren geschützt.

Der Bewölkungsaufzug gegen 01.00 Uhr morgens, der die Auskühlung hemmte, sorgte für eine gewisse Erleichterung. Die Schutzversuche zahlten sich schliesslich aus und die meisten Aprikosenbäume blieben verschont.

In den Hanglagen war die Situation angespannter. Die meisten Obstbauern entschieden wegen der Feuchtigkeits- und Verdunstungsbedingungen, die eine ambivalente Wirkung haben können, keine Frostkerzen zu installieren.

"In einigen Gebieten gibt es Spuren von Frost, eher in den mittleren und höheren Lagen. Aber diese werden die Aprikosenernte nicht beeinträchtigen", sagte Rossier. "Wir sind einer problematischen Situation knapp entgangen."

Gewaltige Ausfälle 2017

Vor zwei Jahren hatten Frostschäden einen grossen Teil der Walliser Ernte vernichtet. Der Ernteverlust belief sich auf 30 Prozent im Wein- und 35 Prozent im Obstbau. Der finanzielle Verlust betrug insgesamt 70 Millionen Franken.

Einige Wein- und Obstbauern verloren praktisch die gesamte Jahresernte. Kanton und Bund unterstützen die Landwirte mit 7,6 Millionen Franken.